Was ist eigentlich … die Husumer „Rebellensteuer“?

Die Reihe „Was ist eigentlich …?“ möchte Leserinnen und Lesern Fach-Begriffe und Phänomene erklären, die in Schleswig-Holstein gebräuchlich sind. Husum war schon immer rebellisch … deswegen sollen sogar schon Steuern erhoben worden sein und Köpfe gerollt

Im Jahr 1472 wurde Husum von einem rebellischen Geist erfasst, als die Bürger gegen die Unterdrückung durch König Christian I. aufbegehrten. Die daraus resultierende Rebellensteuer von 30.000 Mark Brandschatzung, eine Strafe für den Widerstand, wurde über 406 Jahre hinweg in Raten beglichen und prägte nicht nur die Stadtentwicklung, sondern hinterließ auch eindrucksvolle Denkmäler wie die ‚Rebellenköpfe‚ – ein bleibendes Zeugnis für den Kampfgeist der Husumer gegen die dänische Herrschaft

Wir schreiben das Jahr 1472: In Husum, damals noch Teil Dänemarks, bricht die Rebellion aus. Christian I. beschnitt die Rechte der Husumer Bürgerinnen und Bürger der Stadt durch eine neue Zollschranke. Husum sollte von der Ostsee abgeschnitten werden. Die Husumer Bürgerinnen und Bürger zeigten sich empört, sie erhoben sich gegen den König.

Die Rebellion wurde von den dänischen Truppen unter der Führung von Hans Bille niedergeschlagen. Die Dänen marschierten am 12. März 1472 in Husum ein und belagerten die Stadt. Die Husumer Bürgerinnen und Bürger wehrten sich erbittert, aber sie waren den Dänen zahlenmäßig und militärisch unterlegen.

Nach einer Woche der Belagerung kapitulierten die Husumer Bürgerinnen und Bürger. Die Dänen plünderten und verwüsteten die Stadt und hinrichteten angeblich 70 Rebellen.

Husum wurde eine „Rebellensteuer“ (30.000 Mark Brandschatzung, was damals eine enorme Summe war) auferlegt, die 406 Jahre gezahlt werden musste und von der die Husumer erst 1878 erlöst wurden – von den Preußen. 

Die Rebellensteuer ist ein historisches Kuriosum. Sie ist ein Beispiel für die Härte, mit der die dänische Regierung in der Vergangenheit gegen Aufstände vorging.

Rebellenköpfe

Die Rebellensteuer wird heute noch in Husum erinnert. So gibt es zum Beispiel die sogenannten „Rebellenköpfe„, zwei Sandsteinfiguren, die die angeblich 70 hingerichteten Rebellen darstellen. Zu sehen am Gebäude am Markt 3.

Die Rebellensteuer ist ein wichtiges Kapitel in der Geschichte Husums. Sie ist ein Beispiel für den Widerstand der Husumer Bürger gegen die Unterdrückung durch die dänische Regierung.

Quellen / Weiterführende Informationen

Eigene Recherchen

Husumer Stadtgeschichte (Zur Geschichte des Herrenhauses in Husum pdf)

Beitragsbild: Der Marktplatz mit dem Rathaus um 1895. Fritz Stoltenberg – Scan aus dem Buch: Schleswig-Holstein meerumschlungen in Wort und Bild von Hippolyt Haas, Hermann Krumm u. Fritz Stoltenberg aus dem Jahr 1896

Autor: Willi Schewski

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