„Die Entscheidung“ – ein virtuelles Gedenkzeichen von Ute Friederike Jürß

Unter dem Titel „Die Entscheidung – Wilm führte ein Doppelleben“ hat die Lübecker Künstlerin Ute Friederike Jürß einen künstlerischen Impuls zur Diskussion über das Thema Zivilcourage während der Zeit des Nationalsozialismus gestaltet.

Wilm Hosenfeld rettete als Wehrmachtsoffizier im deutschen Vernichtungskrieg in Polen Dutzende Menschen vor Verhaftung und Tod:  Polen und Deutsche, Juden und Nichtjuden. Bekannt geworden durch Władysław Szpilmans Autobiographie „Der Pianist – Mein wunderbares Überleben“ (1998) und besonders durch Roman Polańskis gleichnamige Filmadaption des Buches (2002). Unter dem Titel „Die Entscheidung – Wilm führte ein Doppelleben“ hat nun die Lübecker Künstlerin Ute Friederike Jürß einen künstlerischen Impuls zur Diskussion über das Thema Zivilcourage während der Zeit des Nationalsozialismus gestaltet. Am Beispiel von Wilm Hosenfeld zeigt sie dessen zwiespältige Lebenssituation auf:

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Gedenkstätte Gudendorf: Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Meldorf enthüllen Lagerrelief

Die Gedenkstätte Gudendorf (Kreis Dithmarschen, Schleswig-Holstein) soll an sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter erinnern, die hier während des Zweiten Weltkrieges in einem Lager umgekommen sind. Die Gedenkstätte liegt innerhalb des Landschaftsschutzgebietes Klev von Windbergen bis St. Michaelisdonn.

Im Rahmen einer Gedenkfeier am 7. Mai 2022 haben Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Meldorf das von ihnen gestaltete Tonmodell des ehemaligen Lagers für sowjetische Kriegsgefangene auf der Gedenkstätte Gudendorf präsentiert.

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Verleger Henri Nannen im Zweiten Weltkrieg an antisemitischer Propaganda beteiligt

Henri Franz Theodor Max Nannen (* 25. Dezember 1913 in Emden; † 13. Oktober 1996 in Hannover) war ein deutscher Verleger und Publizist. Er war Gründer, langjähriger Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift Stern. Recherchen des Rechercheformats STRG_F (NDR/funk) zeigen auf, dass Nannen im Zweiten Weltkrieg an antisemitischer Propaganda beteiligt sein soll

Der ehemalige Verleger und Gründer des Magazins Stern, Henri Nannen, war im Zweiten Weltkrieg tiefer in den Nationalsozialismus verstrickt als bislang bekannt. Recherchen des Rechercheformats STRG_F (NDR/funk) zeigen antisemitische Flugblätter, die offenbar unter seiner Beteiligung in leitender Position entstanden sind. Die Recherche kann ab sofort bei YouTube angeschaut werden. Weitere Hintergrundinfos zum Fall Nannen hier nun im Blog …

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Gedenken an die ,,Cap Arcona-Katastrophe“: Erinnerung an die Opfer wachhalten, Mahnung für heute

Kurz bevor der Zweite Weltkrieg in Europa endete, wurden etwa 7.000 KZ-Häftlinge am 3. Mai 1945 Opfer eines tragischen und von den Nationalsozialisten bewusst kalkulierten Irrtums: Britische Truppen versenkten das deutsche Passagierschiff ,,Cap Arcona“ und den Frachter ,,Thielbek“ in der Ostsee vor Neustadt. Sie gingen davon aus, dass sich deutsche Truppen auf den Schiffen absetzen wollten ­ stattdessen befanden sich Häftlinge, vor allem aus dem Konzentrationslager Neuengamme, an Bord.

In Anwesenheit von Parlamentsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber haben am 2. Mai 2022 in Neustadt in Holstein Gedenkfeierlichkeiten zum 77. Jahrestag des Untergangs der Schiffe ,,Cap Arcona“ und ,,Thielbek“ am 3. Mai 1945 in der Neustädter Bucht begonnen. Auch der Landtag beteiligt sich an dem umfangreichen, zweitägigen Programm, das von internationalen Gästen, Historikerinnen und Historikern sowie Nachkommen von Opfern und Überlebenden der ,,Cap Arcona-Katastrophe“ mitgestaltet wird.

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ZDF-History: Auf der Flucht – Geschichten von Hoffnung und Verzweiflung

ZDF-History (englisch für ZDF-Geschichte) ist eine wöchentliche Fernsehsendung, die seit dem 29. Oktober 2000 am späten Sonntagabend im ZDF ausgestrahlt wird. Schwerpunkte der Sendung sind Zeitgeschichte und Geschichte. In der aktuellen Sendung geht es u.a. um das Massaker von Neustadt i. Holstein sowie d. Kindheits- & Fluchtgeschichte einer bekannten Schauspielerin, die sie von Danzig nach Dänemark führte

Millionen fliehen aus der Ukraine. Flucht und Vertreibung sind ein Jahrhundertthema, die Bilder gleichen sich. Ein junger Syrer, der weiß, was Flucht bedeutet, geht auf Spurensuche. In der Sendung kommen auch die Fluchtpunkte in Dänemark und Neustadt a. d. Ostsee zur Sprache. Besonders in Neustadt ereigneten sich tragische wie mörderische Geschehnisse.

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Lesung & Gespräch: „Das Mahnmal – 75 Jahre gegen das Vergessen. Vom Umgang mit dem Nationalsozialismus in Itzehoe“

Michael Legband hat mit „Das Mahnmal – 75 Jahre gegen das Vergessen“ ein ebenso repräsentatives und persönliches Buch vorgelegt.
Mein ganz persönliches Stück Itzehoe – irgendwie ein Lebensthema“, überschreibt er das Geleitwort

Das Buch „Das Mahnmal – 75 Jahre gegen das Vergessen. Vom Umgang mit dem Nationalsozialismus in Itzehoe“ von Michael Legband gewährt tiefe Einblicke in den Leidensweg des ungarischen Juden Trebitsch in deutschen Vernichtungs- und Konzentrationslagern, beschreibt dessen Wirken nach der Befreiung von der NS-Tyrannei in der Störstadt Itzehoe (Kreis Steinburg) und seine Bedeutung für die europäische Film- und Fernsehlandschaft. 

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Flensburg: Stolpersteine Norderstraße 27/29

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Am 29. Dezember 2019 verlegte Demnig in Memmingen den 75.000sten Stolperstein.

Die beiden Stolpersteine in der Norderstraße 27/29 gedenken an Emil Löwenthal geboren am 14.06.1857 in Caseburg / Pommern. Und Johanna, geborene Loewenthal, am 05.3.1861 in Bernau/Brandenburg. Emil und Johanna Löwenthal zogen 1891 nach Flensburg.

Das Ehepaar zog in die Norderstraße, wo Emil Löwenthal das Flensburger Möbel und Warenhaus von Albert Boas übernahm, das sich in der Norderstraße 107/109 befand. 1930 zogen sie in die Norderstraße 27/29 um.

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„Meine Mutter hatte schlicht Angst“ – Erstmals spricht die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien ausführlich über ihre jüdische Familiengeschichte

Karin Prien, 56, Präsidentin der Kulturministerkonferenz und Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, hat lange nicht über ihre jüdische Herkunft geredet. Als ihre Eltern mit ihr Ende der 1960er Jahre aus Amsterdam nach Deutschland zogen, war „das Bekennen zum Jüdischsein nichts Selbstverständliches, und man tat es auch nicht ohne Beklommenheit“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der CDU dem ZEITmagazin. „Meine Mutter hatte schlicht Angst. Für sie lebten wir im Land der Täter. Und deshalb war es klar, dass man darüber nicht redete.“ 

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Flensburg: Stolpersteine Große Straße 15 & Dorotheenstraße 28

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen. Am 29. Dezember 2019 verlegte Demnig in Memmingen den 75.000 Stolperstein.

Am 21.11.2019 hat der Kölner Künstler Gunter Demnig* in Flensburg drei Stolpersteine gesetzt. Die Initiative zu dieser Aktion ging aus von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (kurz VVN-BdA Kreisvereinigung Flensburg). Bis Ende 2014 wurden vierundzwanzig Stolpersteine in Flensburg verlegt, am 21.11.19 nun die Stolpersteine Nummer fünfundzwanzig, sechsundzwanzig und siebenundzwanzig. Zur Geschichte der Stolperstein-Aktionen in Flensburg:

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Lichter gegen die Dunkelheit: Rechtsextreme stören Online-Vortrag in der Gedenkstätte Ahrensbök

Die Gedenkstätte Ahrensbök ist eine am 8. Mai 2001 gegründete Gedenkstätte in Ahrensbök in Schleswig-Holstein. Sie liegt in einem ehemals als „wildes KZ“ genutzten Gebäude – dem einzigen, das in Schleswig-Holstein erhalten blieb. Am 27. Januar 2022 haben mutmaßlich Rechtsextreme einen Online-Vortrag in der Gedenkstätte martialisch gestört. In diesem Blogbeitrag wird über den Vorfall berichtet sowie die Frage geklärt: wie wird Mensch zum Faschisten?

Martialisch auftretende Störer versuchten am Donnerstagabend den Online-Vortrag von Prof. Jörg Wollenberg* zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zu torpedieren. Die Zoom-Veranstaltung der Gedenkstätte Ahrensbök musste, wie es in einer Pressemitteilung vom 28.1.2022 hieß, zweimal unterbrochen werden.

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