Flensburg: Stolperstein Junkerhohlweg 13a

Stolpersteine erzählen erstmal nicht viel. Es werden nackte Zahlen, nackte Wörter, nackte Fakten genannt. Doch dahinter verbergen sich Schicksale in Fleisch und Blut und Seele(n). Und um Menschen. Um diese soll es gehen. Im aktuellen Beitrag um Emil Jessen

Die Verlegung des Stolpersteins im Flensburger Junkerhohlweg 13a liegt ein wenig zurück: Am 21.11.2019 hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig in Flensburg insgesamt drei Stolpersteine gesetzt. Die erstmalige Verlegung von Steinen fand 2003 statt. Mittlerweile sind es insgesamt 27 Stolpersteine geworden (Stand 2022). Am 21.11.2019 waren dies die Stolpersteine Nummer fünfundzwanzig (in der Großen Straße) und sechsundzwanzig (Dorotheenstraße 28) und siebenundzwanzig im Junkerhohlweg 13a. Um Letztgenannten, zu Gedanken an Emil Jessen, geht es in diesem Text.

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Flensburg: Wanderausstellung: „Der lange Weg – Aus der Vergangenheit lernen-Zukunft gestalten“

Vom 29. September bis zum 2. Oktober 2022 wird in der Freien Waldorfschule Flensburg die Wanderausstellung „Der lange Weg – Aus Vergangenheit lernen – Zukunft gestalten“ des Verbands Deutscher Sinti und Roma e.V. Landesverband Schleswig-Holstein präsentiert. In diesem Rahmen wird auch das Projekt Gedenkstelle Valentiner Allee vorgestellt.

Seit Herbst 2021 zeigt der Verband Deutscher Sinti und Roma e.V., Landesverband Schleswig-Holstein, an verschiedenen Orten diese Wanderausstellung (Kurator: Jens Rönnau) und setzt im Rahmen der Aufklärung und im Kampf gegen den Antiziganismus (1) damit ein weiteres Zeichen, um Information, Austausch, Präsenz und Begegnung zu ermöglichen und zu fördern.

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Kiel: Stadtmuseum zeigt Ausstellung „Kiel, Chanukka 1931. Rahel Posners Foto erzählt“

Kiel. Rahel Posner, die Frau des Kieler Rabbiners, fotografierte zum Chanukkafest (1) im Dezember 1931 ein symbolstarkes Motiv: den Chanukka-Leuchter der Familie auf einem Fensterbrett ihrer Wohnung am Sophienblatt 60. Im Hintergrund ist die Hakenkreuzfahne an der Kreisgeschäftsstelle der NSDAP auf der anderen Straßenseite zu sehen. Das Foto steht nun im Mittelpunkt der Ausstellung „Kiel, Chanukka 1931. Rahel Posners Foto erzählt“ des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums. 

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Schleswig: Ausstellung „Heinz Reinefarth: Vom NS-Kriegsverbrecher zum Landtagsabgeordneten“

Heinz Reinefarth, eigentlich Heinrich Reinefarth, (* 26. Dezember 1903 in Gnesen, Provinz Posen, Königreich Preußen; † 7. Mai 1979 in Westerland, Sylt) war ein deutscher SS-Gruppenführer, Generalleutnant der Waffen-SS und Polizei. Reinefarth war u. a. für die Niederschlagung des Warschauer Aufstandes verantwortlich, bei der allein im Warschauer Stadtteil Wola 20.000 bis 50.000 Zivilisten von den Truppen unter seinem Befehl erschossen wurden.
Für seine Taten wurde Reinefarth nie belangt. Es gelang ihm im Gegenteil, in der Nachkriegszeit eine politische Karriere einzuschlagen, bei der er Abgeordneter des Schleswig-Holsteinischen Landtages und Bürgermeister von Westerland auf Sylt wurde.
Über die Person Reinefarth gibt es noch bis 31. März 2023 eine Ausstellung im Landesarchiv Schleswig-Holstein – zuzüglich umfassendes Begleitprogramm

„Heinz Reinefarth: Vom NS-Kriegsverbrecher zum Landtagsabgeordneten“ heißt die Ausstellung im Prinzenpalais (1) in Schleswig. Das Landesarchiv stellt mit Reinefarth einen typischen Vertreter der führenden Vertreter des NS-Staates vor, die nach dem Ende des Krieges Karriere in der Bundesrepublik gemacht haben. 

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Fahrensodde, die Nazis und die Sache mit den 26 Leichen am Badestand

Der Ort Fahrensodde (dänisch Farensodde oder auch Farnæsodde) ist ein Küstenvorsprung mit gleichnamigem Strand, Straße sowie Fischerei- und Yachthafen an der Flensburger Innenförde. Mai 1945, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden am Badestrand von Fahrensodde 26 Leichen von SS-Leuten verscharrt. Alle Hintergründe dazu im folgenden Artikel

Die beschaulich an der Flensburger Förde liegende Siedlung namens Fahrensodde, wurde 1583 erstmals erwähnt. Sie weist auf eine Landzunge (dänisch: odde) hin, die zur Überfahrt nach Kollund (Dänemark) genutzt wurde. Die damals aus fünf Katen bestehende Siedlung gehörte zu Twedter Holz. Fahrensodde ist erreichbar über den Hauptzufahrtsweg Twedter Strandweg, der dem Stadtbezirk Solitüde zugeordnet ist. Oberhalb von Fahrensodde liegt das Ferienhaus- und Wohngebiet „Strandfrieden“, das mit Fahrensodde optisch verwachsen ist. Alles andere als „friedlich“ ist zu bezeichnen, was sich im Mai 1945 in Fahrensodde ereignete – war da doch die Sache mit den 26 Leichen am Badestrand.

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Flensburg: Die lange Geschichte um das Deserteursdenkmal

Über die Aufstellung des Deserteur-Denkmals auf dem Platz der Gärtner am Rande der Roten Straße wurde lange gestritten. Es wurde 1994 im Auftrag der Gruppe „Christen für die Abrüstung“ vom marokkanischen Künstler Miloudi Assila während seines Aufenthalts in Flensburg geschaffen und stand lange Jahre versteckt auf einem Hinterhof.

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NDR begleitet Holocaust-Überlebende Irene Butter auf ihrer Deutschlandreise

Irene Hasenberg Butter (Berlin, 1930) ist eine deutsch-amerikanische, emeritierte Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Michigan und eine Überlebende des Holocaust. Als deutsche Jüdin überlebte sie in ihrer Jugend eine dramatische Reise von Berlin über die Lager Westerbork und Bergen-Belsen in die Vereinigten Staaten. Dank eines von ihrem Vater arrangierten Gefangenenaustauschs konnte sie mit ihrer Familie das letzte Konzentrationslager verlassen und Ende 1945 in die Schweiz, nach Frankreich und Algerien und schließlich in die Vereinigten Staaten reisen. Im Rahmen einer Begegnungs-Veranstaltung von Holocaust-Überlebenden und ihren Angehörigen auf Einladung der Gedenkstätte Bergen-Belsen kommt Irene Butter jetzt aus Michigan nach Deutschland. Ferner hält sie eine Lesung in Hamburg. Alle weiteren Informationen über Irene Butter hier im Blog

Wem Wunder beschert sind oder Glück, der muss der Welt diese Geschenke auch wieder zurückgeben. Davon ist die heute 91-jährige Holocaust-Überlebende und ehemalige Wirtschaftsprofessorin Irene Butter überzeugt, die ihr Überleben als Wunder und gleichzeitig als Aufgabe empfindet. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten in den USA für das friedliche Miteinander der Religionen an Schulen, Universitäten und Gedenkstätten. In dem aktuellen Podcast „Zeitkapsel: Irene, wie hast du den Holocaust erlebt?“ von NDR Info und funk spricht sie mit vier mittlerweile 17-jährigen Schülerinnen aus Hamburg über ihre Erlebnisse. 

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Flensburg: Stolperstein Neue Straße 3

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Nach dem Motto: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist!“ will Gunter Demnig die Erinnerung an das Schicksal von Menschen wach halten, die von den Nazis ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. Er will den verfolgten und ermordeten jüdischen Menschen, den Sinti und Roma, den Zeugen Jehovas, den Homosexuellen und Euthanasieopfern sowie den politisch Verfolgten, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden, ihren Namen und ihre Identität wiedergeben und darüber hinaus darauf hinweisen, dass deren Verfolgung und Deportation mitten in der Gesellschaft stattfand.

Insgesamt wurden in Flensburg bisher 30 Stolpersteine (Stand: August 2022) verlegt, 20 erinnern an jüdische Opfer, 10 an Homosexuelle, Euthanasieopfer und politisch Verfolgte. Am 28.02.2022 wurde vor dem Hause Neue Straße 3 ein Stolperstein für Wilhelm Ringgaard in den Bürgersteig eingelassen – er war ein Widerstandskämpfer.

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Flensburg: Stolperstein Große Straße 54

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen.

Die Geschichte um das Schicksal von Arnold Bastian (Jg. 1908), Große Straße 54, ist eng verbunden mit der Verfolgung von Homosexuellen in der Nazizeit. Doch dieses schwarze deutsche Kapitel wäre nicht vollständig, wurden doch männliche Homosexuelle auch in der Bundesrepublik Deutschland weiterhin verfolgt – bis 1994! Dieses ermöglichte der sogenannte „Schwulenparagraph“ (Strafparagraph 175).

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Flensburg: Stolperstein Große Straße 69

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96 × 96 und einer Höhe von 100 Millimetern getragen. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster bzw. den Belag des jeweiligen Gehwegs eingelassen.

„Hier wohnte
Margarete Hirsch
Jg. 1881
deportiert
ermordet in
Minsk“

Mehr wissen wir nicht. Dennoch dürfen wir nie vergessen! Dass soll hier in dieser Serie „Stolpersteine“ – auch weiterhin – geschehen …

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