Flensburg: Grabdenkmäler auf dem Alten Friedhof restauriert

Das mit ca. 8 Millionen Euro veranschlagte Förderprojekt Christiansens Gärten (1) tritt in seine letzte Phase. Als eine der letzten Maßnahmen werden zurzeit auf dem Alten Friedhof einige Grabmäler restauriert. Das Gesamtprojekt soll bis zum Frühsommer 2023 fertiggestellt sein. Hier weitere Informationen über die Restaurierungs-Arbeiten und die Geschichte des Alten Friedhofs (mit Video):

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Flensburg: Tod auf der Aufsichtsplattform & was daraus folgt

Nichts in aller Welt lässt dieses Verbrechen damit entschuldigen – aber vielleicht erklären. Denn: Kindesmisshandlung ist eine der Hauptursachen dafür das Menschen zu Verbrechern werden.

Es ist kalt, es ist windig, es ist ein böser Ort, ein Tat-ort, der einen buchstäblich mehrfach frieren lässt: Die Aussichtsplattform an der Straße Am Schloßwall, im Flensburger Stadtteil Duburg. Hier, am Karfreitag (02. April 2021) gegen 18.15 Uhr, stach ein 19-jähriger* auf einen 16-jährigen ein. Dieser starb wenig später im Krankenhaus.

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Flensburg: Stolpersteine Norderstraße 145

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Familie Fertig
Herr Isaak Fertig geboren am 31.05.1886 in Galizien*
Sara Fertig, geborene Goldberg, 16.10.1893 in Galizien
Rosa, geboren am 18.06.1922 in Westerrönfeld bei Rendsburg
Max, geboren am 04.08.1924 und Leo am 05.02.1931 in Flensburg

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30. Dezember 1819: Theodor Fontane wird geboren

Hurra, hurra,
Von der Tann ist da!
Ihr Düppelschen Schanzen, ihr Düppelschen Schanzen,
Nun gibt es mal wieder ein Stürmen und Schanzen,
Und seid ihr erst unser, dann rüber nach Alsen,
Das Fischvolk uns gründlich vom Halse zu halsen.

Theodor Fontane: Von der Tann ist da! In: Theodor Fontane: Gedichte I. Gedichte (Sammlung 1898). Aus den Sammlungen ausgeschiedene Gedichte. Herausgegeben von Joachim Krueger und Anita Golz. Berlin. 2. Auflage 1995, S. 363-364.

Am 30. Dezember 1819 wird in Neuruppin (Brandenburg) Heinrich Theodor Fontane geboren. Und der Mann hatte guten Geschmack: „Für Schleswig-Holstein war ich vom ersten Augenblick an Feuer und Flamme.“ Die Begeisterung für das Land zwischen den Meeren erfasste den noch nicht dreißigjährigen Fontane, als die Schleswig-Holsteiner 1848 los von Dänemark wollten. Sie hat den wohl größten deutschen Romancier des 19. Jahrhunderts nie losgelassen, obwohl er nur wenige Wochen seines Lebens in Schleswig-Holstein verbrachte.

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17. Dezember 1962: Erster Sexshop der Welt in Flensburg eröffnet

Sie wird „Grande Dame der Erotik“ (Die Welt), „Liebesdienerin der Nation“ (Die Zeit), „Mutter der Erotik-Heimwerker“ (Süddeutsche Zeitung), „Schlummermutter der Republik“ (Der Spiegel) oder „Königin der Schamlosen“ (Bild) bezeichnet: Die Rede ist von Beate Uhse.

Ich bin nicht Jesus, sondern Unternehmer“ (1). Wir schreiben den 17. Dezember 1962, es ist ein Montag. Nur wenige Menschen versammeln sich an diesem historischen Datum in der Angelburger Straße 58, in Flensburg. Was sie noch nicht wissen konnten: es ist eine Sensation, eröffnet doch an jenem Tag der erste Sexshop der Welt (auch dezent „Fachgeschäft für Ehehygiene“ genannt) seine Türen. Mit dabei, die damals 43jährige Chefin, Beate Uhse ( 25. Oktober 1919 – 16. Juli 2001). Sie und ihr Shop und ihr bereits 1951 gegründetes Versand-Unternehmen schreiben Geschichte.

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Weltgedenktag für Verstorbene Kinder: „Trauertattoos – unsere Haut als Gefühlslandschaft“   

Die Initiative Weltweites Kerzenleuchten (Internationales Worldwide Candle Lighting) unterstützt und begeht am zweiten Sonntag des Monats Dezember einen jährlichen Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder. Die Initiatoren und Unterstützer laden Angehörige in der ganzen Welt ein, diesem Tag ihrer verstorbenen Kinder, Enkel und Geschwister besonders zu gedenken.

Aus Anlass des Weltgedenktages für Verstorbene Kinder fand am 11. Dezember 2021 eine ungewöhnliche Ausstellung in der St. Nikolaikirche am Südermarkt statt: „Trauertattoos – unsere Haut als Gefühlslandschaft“ (1), so der Titel.

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Rückblick: Flensburg am 1. Mai 2021- ein geschichtsträchtiger Tag

Die Maikundgebung der Gewerkschaft im Jahr 2021 in Flensburg auf dem Südermarkt darf im doppelten Sinne als geschichtsträchtig bezeichnet werden

Frei von Schuld am Scheitern des demokratischen und sozialen Experiments von Weimar waren die Gewerkschaftsführer mitnichten“ Professor Dr. Michael Ruck, Flensburg. Wir erinnern: Das Coronavirus herrscht und es gibt deutschlandweit massive Einschränkungen der Grundrechte: Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht und Abstandsgebot. Wegen der Coronamaßnahmen konnten sich am 1. Mai 2021, dem Maifeiertag, auf dem Flensburger Südermarkt nur 100 Menschen versammeln. Neben dem aktuellen Ereignis gab aber auch es ein zweites markantes Datum – und dieses betraf die Geschichte der Flensburger Gewerkschaft. Einen Tag nach dem Maifeiertag, am 2. Mai 1933, geschahen in Flensburg unschöne Dinge:

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Böser Ort Fahrensodde: Die Nazis und die Sache mit den 26 Leichen am Badestand

Der Ort Fahrensodde (dänisch Farensodde oder auch Farnæsodde) ist ein Küstenvorsprung mit gleichnamigem Strand, Straße sowie Fischerei- und Yachthafen an der Flensburger Innenförde. Mai 1945, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden am Badestrand von Fahrensodde 26 Leichen von SS-Leuten verscharrt.

Es ist ein böser Ort: Flensburg-Fahrensodde. Die beschaulich an der Flensburger Förde liegende Siedlung namens Fahrensodde wurde 1583 erstmals erwähnt. Sie weist auf eine Landzunge (dänisch: odde) hin, die zur Überfahrt nach Kollund (Dänemark) genutzt wurde. Die damals aus fünf Katen bestehende Siedlung gehörte zu Twedter Holz. Fahrensodde ist erreichbar über den Hauptzufahrtsweg Twedter Strandweg, der dem Stadtbezirk Solitüde zugeordnet ist. Oberhalb von Fahrensodde liegt das Ferienhaus- und Wohngebiet „Strandfrieden“, das mit Fahrensodde optisch verwachsen ist. Alles andere als „friedlich“ ist zu bezeichnen, was sich im Mai 1945 in Fahrensodde ereignete – war da doch die Sache mit den 26 Leichen am Badestrand.

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Novemberpogrom: Solidarität mit Jüdischer Gemeinde Flensburg

Aufstehen – Widerstehen – Zusammenstehen.
Aufruf des „Forums der Religionen“ aus Anlass der Bombendrohung gegen die jüdische Gemeinde Flensburg

Was am 9. November 1938 passiert ist, liegt wie eine Scham noch heute über unserem Land. Bettina Goldberg

Am 10. November 2022, dem 84. Jahrestag der Pogrome der Nazis, ging eine Bombendrohung gegen die Flensburger Gemeinde bei der Polizei ein (inzwischen konnten zwei Tatverdächtige ermittelt werden 1). Der Zeitpunkt schien offenbar bewusst gewählt. Das „Forum der Religionen Flensburg“ rief am nächsten Tag spontan zu einer Solidaritätsveranstaltung für den Samstagabend (12.11.22) auf – und das mit großem Erfolg: 450 Menschen versammelten sich in der St. Nikolai Kirche. Mehrere Hundert Personen zogen anschließenden mit Kerzen in der Hand durch die Flensburger Einkaufsstraße bis zum Nordermarkt.

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Flensburg: Das Europäische Zentrum für Minderheitenfragen (ECMI) – Seit 1997 Sitz im Kompagnietor

Das Kompagnietor ist eine der Sehenswürdigkeiten Flensburgs an dessen Hafen. Das Tor aus dem 17. Jahrhundert hatte einen mittelalterlichen Vorgängerbau, mit dem gleichen Namen. Seit 1997 ist das Kompagnietor Sitz des Europäischen Zentrums für Minderheitenfragen (European Centre for Minority Issues, Abk. ECMI)

Der erste Grenzlandbeauftragte der Landesregierung, Kurt Hamer, hatte 1991 den Anstoß für die Einrichtung des Instituts in Flensburg gegeben. Offiziell eröffnet wird das European Centre for Minority Issues (ECMI) am 4. Dezember 1996. Zwei Jahre zuvor, noch vor der offiziellen Gründung, wurde im Saal der ECMI Zeitgeschichte geschrieben (dazu weiter unten mehr).

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