Vor 150 Jahren: Ostseesturmhochwasser

In der Nacht vom 12. auf den 13. November 1872 überraschte ein Sturmhochwasser von bis dahin unbekanntem Ausmaß die Anwohnerinnen und Anwohner der westlichen Ostseeküste von Dänemark, Schleswig-Holstein bis Mecklenburg und Vorpommern. 271 Menschen verloren ihr Leben, Tausende wurden obdachlos. Die Naturkatastrophe verursachte ungeheure Schäden an unseren Küsten. Schauen wir auf die Schäden in Schleswig-Holstein in den jeweiligen – heutigen – Landkreisen und kreisfreien Städten direkt an der Ostsee:

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Gebäude erzählen Geschichten: Flensborghus

Wenn Gebäude reden könnten, würden sie die vielfältigsten, buntesten und verrücktesten Geschichten erzählen können. Das Leben spielt sich in den Gebäuden ab, seit Generationen und Epochen. Ob Dramen, Feste oder banaler Alltag, viele der Gebäude wahrten ihr würdiges Gesicht, während im Innern das Leben seine Spuren hinterließ. Die Geschichte des Flensborghus ist äußerst erzählenswert – schon vor dem Hintergrund der deutsch-dänischen Vergangenheit

Das Flensborghus in der Norderstraße 76 in Flensburg ist ein ehemaliges, 1725 fertiggestelltes Waisenhaus, das der dänischen Minderheit nach der Volksabstimmung 1920 in Schleswig als Kultur- und Versammlungshaus dient. Es ist Sitz des Südschleswigschen Vereins (SSF) und der Dänischen Jugendorganisationen in Südschleswig (SdU), des Landesverbandes des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) und der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEN). Soweit so kurz, gehen wir mehr ins Detail:

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Flensburg: Stolperstein Junkerhohlweg 13a

Stolpersteine erzählen erstmal nicht viel. Es werden nackte Zahlen, nackte Wörter, nackte Fakten genannt. Doch dahinter verbergen sich Schicksale in Fleisch und Blut und Seele(n). Und um Menschen. Um diese soll es gehen. Im aktuellen Beitrag um Emil Jessen

Die Verlegung des Stolpersteins im Flensburger Junkerhohlweg 13a liegt ein wenig zurück: Am 21.11.2019 hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig in Flensburg insgesamt drei Stolpersteine gesetzt. Die erstmalige Verlegung von Steinen fand 2003 statt. Mittlerweile sind es insgesamt 27 Stolpersteine geworden (Stand 2022). Am 21.11.2019 waren dies die Stolpersteine Nummer fünfundzwanzig (in der Großen Straße) und sechsundzwanzig (Dorotheenstraße 28) und siebenundzwanzig im Junkerhohlweg 13a. Um Letztgenannten, zu Gedanken an Emil Jessen, geht es in diesem Text.

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Kunst & Kritik: Käte Lassen – und die Sache mit dem Adolf Hitler Porträt

„Es fällt schwer, die Künstler in unbeteiligte und beteiligte, also politisch belastete Künstler zu trennen. Nicht alle gezeigten Künstler waren überzeugte Nationalsozialisten, aber zwangsläufig gab es Profiteure, Mitläufer und Parteigänger, die sich in der NS-Diktatur und auch danach ihrer moralischen Verantwortung entzogen haben.“

Sie ist eine Tochter der Stadt Flensburg. Und sie gilt als als die bedeutendste schleswig-holsteinische Malerin des 20. Jahrhunderts. Ihr Name: Berta Katharina (Käte) Lassen (* 7. Februar 1880 in Flensburg; † 22. Dezember 1956 ebenda).  Nach ihr ist der gleichnamige Hof (Holm 51) in der Flensburger Innenstadt benannt sowie die Gemeinschaftsschule in der Flensburger Mommsenstraße. Aus Lassens Hand entstanden in der Zeit des Nationalsozialismus mehrere Auftragsarbeiten. Das wirft Fragen auf.

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Sagen und Legenden in Schleswig-Holstein: Die Lüngsage – Jens Lüng

Über das Land zwischen Nord- und Ostsee ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden. Besonders die Halligen, Inseln, Seeleute -und nicht zuletzt das Meer- bieten Stoff für zahlreiche Geschichten, die bis heute jedes Kind in Schleswig-Holstein kennt.

Als Jens Lüng auf List wohnte, kam einst ein fürchterlicher Sturm und ein so hohes Wasser, daß ganz List unterging bis auf die Kirche und Jens Lüngs Haus; alle Leute daselbst ertranken bis auf Jens Lüng und eine Jungfrau Mett oder Merret.

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Sagen und Legenden: Der wilde ewige Jäger von Oldemorstoft

Über das Land zwischen Nord- und Ostsee ranken sich zahlreiche Sagen und Legenden. Besonders die Halligen, Inseln, Seeleute -und nicht zuletzt das Meer- bieten Stoff für zahlreiche Geschichten, die bis heute jedes Kind in Schleswig-Holstein kennt. Die Legende vom wilden ewigen Jäger von Oldemorstoft lehnt sich an an die vom Freischütz (siehe ebenso im Blog)

Die Sage berichtet, dass König Waldemar (1) einst im Sommer und Herbst das Jagdschloss Waldemarstoft (2) bewohnte, um seinem Lieblingsvergnügen, der Jagd, nachzugehen. Eines Tages ritt der König früh am Morgen mit vielen Jägern und Hunden in den Wald.

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ZDF-History: Auf der Flucht – Geschichten von Hoffnung und Verzweiflung

ZDF-History (englisch für ZDF-Geschichte) ist eine wöchentliche Fernsehsendung, die seit dem 29. Oktober 2000 am späten Sonntagabend im ZDF ausgestrahlt wird. Schwerpunkte der Sendung sind Zeitgeschichte und Geschichte. In der aktuellen Sendung geht es u.a. um das Massaker von Neustadt i. Holstein sowie d. Kindheits- & Fluchtgeschichte einer bekannten Schauspielerin, die sie von Danzig nach Dänemark führte

Millionen fliehen aus der Ukraine. Flucht und Vertreibung sind ein Jahrhundertthema, die Bilder gleichen sich. Ein junger Syrer, der weiß, was Flucht bedeutet, geht auf Spurensuche. In der Sendung kommen auch die Fluchtpunkte in Dänemark und Neustadt a. d. Ostsee zur Sprache. Besonders in Neustadt ereigneten sich tragische wie mörderische Geschehnisse.

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Geschichten und Geschicke: Ehrung von Jørgen Mads Clausen 

Jørgen Mads Clausen (* 23. September 1948) ist ein dänischer Unternehmer. Clausen ist der Sohn von Mads Clausen. Er leitet nach dem Tod seines Vaters bis 2008 das dänische Unternehmen Danfoss. Nach Angaben des US-amerikanischen Forbes Magazine gehört Clausen zu den reichsten Dänen und ist 2005 in The World’s Billionaires gelistet. Clausen wurde am 9. Januar 2009 zum Ritter 1. Klasse des Dannebrogordens ernannt. Seit dem 11. Juni 2010 ist er Königlicher Kammerherr des dänischen Königshauses in Kopenhagen. Am 30.03.2020 trug er sich in das Goldene Buch der Stadt Flensburg ein

Am Mittwoch, 30. März 2022 gab sich ein besonderer Gast der Stadt Flensburg, die Ehre: Jørgen Mads Clausen, langjähriger Danfoss-Chef. Er führte Gespräche bei Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und dem Dezernenten für Projektkoordination, Dialog und Image, Stephan Kleinschmidt. Hintergrund ist der bevorstehende Eintritt in den Ruhestand des langjährigen Danfoss-Chefs, der die Grenzregion über viel Jahre maßgeblich mitgeprägt hat.

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Gebäude erzählen Geschichten: Hotel Rasch, Flensburg

Wenn Gebäude reden könnten, würden sie die vielfältigsten, buntesten und verrücktesten Geschichten erzählen können. Das Leben spielt sich in den Gebäuden ab, seit Generationen und Epochen. Ob Dramen, Feste oder banaler Alltag, viele der Gebäude wahrten ihr würdiges Gesicht, während im Innern das Leben seine Spuren hinterließ.

prächtige Holsteiner Austern zu stärkendem Nachtimbiß“ – Um das Haus Nr. 56 in der Großen Straße in der Flensburger Innenstadt ranken sich einige Geschichten. In dem Gebäude, das direkt zum Nordermarkt hin ragt und wo heute ein Restaurant untergebracht ist, fand sich im 19. Jahrhundert ein Hotel. In dem Haus, das den Namen Rasch trug, beherbergte illustre und weltberühmte Gäste: Hans Christian Andersen, Theodor Fontane u.a. hießen sie – doch die Geschichte ist ein wenig länger und auch nicht unblutig …

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Vor 660 Jahren: Die Grote Mandränke  

Es war wie die Sintflut: Eine gewaltige Sturmflut suchte vor über 660 Jahren auch die schleswig-holsteinische Nordseeküste heim und veränderte deren Verlauf für immer. Große Teile von Marschflächen und das sagenhafte Rungholt gingen für immer unter.

Vor 660 Jahren, am 16. Januar 1362, veränderte die „Grote Mandränke“ – die „Große Manntränke“ („großes Ertrinken“) – den Küstenverlauf im heutigen Schleswig-Holstein für immer. Diese gewaltige Sturmflut, die genau drei Tage (vom 15. bis 17. Januar 1362) dauerte, fegte wie ein riesiger Besen über die Nordseeküste. Ihre Spuren zeigten sich über die Utlande, die Außenlande vor dem Festland, über die Köge und die eingedeichten Marschgebiete. Große Teile fruchtbaren Landes zwischen Sylt und Eiderstedt in Nordfriesland gingen unter, darunter Rungholt, der damalige größte Handelsort des Nordens. Aus zusammenhängenden Landteilen wurden verstreute Inseln und Halligen. 

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