Hörnum: Personen der „Letzten Generation“ beschädigen Rasen auf Golfplatz

Am Mittwoch (14.06.23) haben nach Polizeiangaben mehrere Personen der „Letzten Generation“gegen 11:10 Uhr das Gelände eines Golfplatzes in Hörnum betreten. Nachdem die Polizei zur Hilfe gerufen wurde, hätten die eingesetzten Polizeibeamten fünf Personen angetroffen. Diese hielten sich auf dem Grün des Platzes an einem Golfloch auf. Nach ersten Erkenntnissen soll dort der Rasen umgegraben und beschädigt worden sein. Der Sachschaden soll im vierstelligen Bereich liegen.

Die fünf Personen im Alter von 22 – 61 Jahren wurden nach Angaben der Polizei zunächst in Gewahrsam genommen worden und für weitere Ermittlungen an die Kriminalpolizei übergeben worden sein.

Gegen vier Beschuldigte würde, wie es weiter bei der Polizei hieß, bereits wegen der Sachbeschädigungen am Sylter Flughafen vom 6. Juni ermittelt worden sein. Die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft hätten nach Prüfung der zuständigen Staatsanwaltschaft nicht vorgelegen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die Personen wieder entlassen und auf das Festland begleitet.

In einer Pressemitteilung von der „Letzten Generation“ wird der Vorfall aus deren Sicht wie folgt beschrieben:

In blumiger Kleidung darüber ihre Warnweste hätten sie sich mit Spaten und kleinen Schaufeln aufgemacht um den Rasen einer Golf-Bahn zu „renaturieren“. Sie hätten Samen ausgestreut, Setzlinge gepflanzt und „hübsche Blümchen in den Boden“ gesetzt und diese „liebevoll gegossen“.

Die Fahne des Golf-Loches hätten sie gegen ein grünes Schild mit der Aufschrift „Naturschutzgebiet” ausgetauscht. Mit einem Banner hätten sie auf den Zusammenhang zwischen Reichtum und Klimakollaps hingewiesen: “Euer Luxus = Unsere Wasserknappheit” 

Miriam Meyer (31), erklärt den Protest so: „New York erstickt im Rauch von Waldbränden. Die Reichsten verursachen Jahr für Jahr tausendmal so viele Emissionen wie die deutschen Durchschnitts-Bürger:innen. Kanzler Scholz muss die Verschwendung der Reichsten endlich beenden.”

„Ein Golfplatz in der Klimakrise ist wie eine Essensschlacht mitten in einer Hungersnot.”, wird Miriam Meyer zitiert.

Die reichsten zehn Prozent der in Deutschland lebenden Menschen würden allein „so viel Energie wie die finanziell schwächsten 40% der Deutschen zusammen“ verbrauchen [1].

Weiter wird mitgeteilt, dass es aufhören (müsse), dass ein kleiner Teil unserer Gesellschaft so verschwenderisch lebte, während der Großteil der Gesellschaft die Kosten dafür tragen müsse.

Es sei Aufgabe des selbsternannten „Klimakanzlers“, dafür zu engagieren, dass dieser dem „zerstörerischen Lebensstil einen Riegel vorschiebe“.

Jakob Beyer, Sprecher der Letzten Generation, wird zitiert: „Die Klimakrise eskaliert und tötet jeden Tag, doch die Regierung ist völlig planlos. Doch gegen genau diese Planlosigkeit, gibt es ein einfaches Instrument – den Gesellschaftsrat. Dort können Maßnahmen, von Bürger:innen, erarbeitet werden, wie Deutschland bis 2030 sozial gerecht den fossilen Albtraum beenden kann.”

Warum aber ein Golfplatz?

Dazu hießt es in der PM: Golfplätze vereinnahmten riesige Flächen und Unmengen an Ressourcen, „nur für den Luxus weniger Menschen, die es sich leisten können.“

Der Wasserverbrauch eines mitteleuropäischen 18-Loch-Platzes, wie etwa dem Golfplatz Budersand auf Sylt, betrüge 35.000 m³ pro Jahr. [2] Das sei der Wasserverbrauch von über 750 Deutschen pro Jahr. [3]

Wir steuern auf den fünften Dürresommer in Folge zu und in Berlin beispielsweise würde bereits an einem Notfallplan zur Rationierung von Wasser gearbeitet. Auf Berlins Golfplätzen würde weiter unkontrolliert jede Menge Wasser verbraucht. Hinzu käme, dass die Berliner Golfplatzbesitzer mit 31 Cent pro Kubikmeter nur einen Bruchteil des üblichen Wasserpreises von 1,69 Euro bezahlten [4].

Quellen:

[1] Conradi, Malte / Helten, Christian / Jetzig, Jonas / Timcke, Marie-Louise: Wenn die Reichen sparen würden, in  SZ 7. Oktober 2022. URL: www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wirtschaft/energie-energiekrise-strom-gas-oel-e670572/
[2] menschundwelt.com/lagerun/material/read/30321-wie-viel-wasser-braucht-ein-golfplatz
[3] Der durchschnittliche Wasserverbrauch einer Person liegt laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) bei 46,5 m³ pro Jahr. 35 www.co2online.de/energie-sparen/wasser-sparen/wasserverbrauch/wasserverbrauch-singlehaushalt/35 000 m³ / 46,5 m³ = 752. 
[4] taz.de/Wasserpolitik-in-Berlin/!5940472/

Alle Fotos „Letzte Generation“

Autor: Willi Schewski

Fotograf. Blogger. Autor. Fotojournalist

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