5. Januar 1813: Dänischer Staatsbankrott

Als Dänischer Staatsbankrott wird in der dänischen Währungsgeschichte die radikale Währungsreform vom 5. Januar 1813 bezeichnet, die den dänischen Gesamtstaat betraf. Neben bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestehenden staatlichen Haushalts- und Währungsschwierigkeiten wurde der dänische Staatsbankrott insbesondere von den Auswirkungen der Napoleonischen Kriege auf Dänemark verursacht.

Am 5. Januar 1813 musste der dänische Gesamtstaat, zu dem neben den Herzogtümern (Schleswig & Holstein) auch noch (bis 1814) Norwegen gehörte, seinen Staatsbankrott erklären. Er war Ergebnis der Napoleonischen Kriege, die das wohlhabende Königreich mit seiner florierenden Wirtschaft in eine tiefe Depression stürzten. Ausgangspunkt war der erfolglose Versuch Dänemarks, sich aus den seit 1792 in Folge der Französischen Revolution über Europa ziehenden Kriege herauszuhalten.

Die Kontinentalsperre (November 1806) und die Kriegslasten durch die seit 1807 von Frankreich im Lande einquartierten „befreundeten“ Truppen führten zum Niedergang des Handels. Selbst die 1810 eingeführte progressive Einkommensteuer war nicht in der Lage, das Haushaltsdefizit zu decken. Die Armut nahm erschreckende Ausmaße an, auf die der Staat immer härter reagierte.

Wenige Monate vor der erneuten Besetzung – diesmal durch die nun gegen Napoleon alliierten Mächte (Kosakenwinter) – musste Dänemark seinen Bankrott erklären.

5. Januar 1813: Alle Banken in Schleswig und Holstein aufgelöst

Am 5. 1.1813 wurden alle Banken in Schleswig und Holstein aufgelöst. Die bis dahin als stabil geltende eigene Währung (das Schleswig-Holsteinische Courantgeld Geld) galt nicht mehr, es sollte nur noch eine Währung für den Gesamtstaat mit einer Reichsbank in Kopenhagen geben.

Die Währungsreform wurde durch eine auf alle Immobilien und mit aller Härte eingetriebene Schuld von sechs Prozent auf jeglichen Immobilienbesitz finanziert, die in Silber zu begleichen war. Durch diese „Bankhaft“ floss ein Großteil des Silbergeldes aus den Herzogtümern an die neue Reichsbank.

Während in Schleswig und Holstein die Bauern zahlen mussten, wurden den dänischen fünf Sechstel der Schuld erlassen, von diesem Ausfall mussten die Herzogtümer fünf Millionen Reichsbanktaler zusätzlich aufbringen. Das Ansehen des Königs und damit des dänischen Gesamtstaates in den Herzogtümern Schleswig und Holstein kam erstmals in Wanken.

Währungsreform = Ursache für den Deutsch-Dänischen Krieg?

Die Verärgerung war eine der Wurzeln, die im 19. Jahrhundert zum Gegensatz zwischen Deutschen und Dänen führte. Folge der Währungsreform waren nicht nur viele Zwangsversteigerungen und große wirtschaftliche Not, sondern auch ein neues Münzsystem, das nicht nur einfache Menschen überforderte.

Es galt (vereinfacht) folgende Umrechnung: 1 Speciestaler = 2 neue Rigsbankdaler (Reichsbanktaler) = 3 3/4 Taler ehemalige Schleswig-Holsteinisch Courant = 12 (alte) Reichstaler dänisch = 60 Schillinge ehemalige Schleswig-Holsteinisch Courant = 192 Rigsbankskilling (Reichbankschilling).

Folge war, dass die meisten Menschen in den Herzogtümern weiter in Courant rechneten. Da sie hartnäckig dabei blieben, ließ die dänische Regierung von 1841 an auf den Münzen wieder zusätzlich den Courantwert einprägen.

Offiziell wurde von dänischer Seite das Wort Bankrott strikt vermieden. De facto hatte jedoch ein Staatsbankrott stattgefunden: Ein Staatsbankrott ist derjenige Zustand der Staatswirtschaft, bei welchem der Staat, sei es mit, sei es ohne ausdrückliche Erklärung, seine Schuldverbindlichkeiten nicht erfüllt oder sich Einnahmen verschafft, welche mit der Verfassung oder doch mit einer gesunden Finanzverwaltung im Widerspruch stehen. Genau dies traf hier zu.

Quellen:

Dieter Kienitz, Der Kosakenwinter, 2000, Heide, Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co, ISBN 3-8042-0865-7

Meyers Konversations-Lexikon von 1888

Beitragsbild: Auf 2 Reichstaler und 24 Schillinge lautender Kassenschein der königlich dänischen Hauptkasse in Rendsburg (1808)

Autor: Willi Schewski

Fotograf. Blogger. Autor. Fotojournalist

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