Was ist eigentlich … Wattenmeer?

Die Reihe „Was ist eigentlich …?“ möchte den Leserinnen und Lesern Fach-Begriffe und Phänomene erklären, die in Schleswig-Holstein gebräuchlich sind. Wer kennt schon alle Begriffe?

Der Begriff „Watt“ kommt aus dem Altfriesischen „wad“ und bedeutet soviel wie „seicht“, „untief“. Aber das Wattenmeer ist noch mehr.

Das Wattenmeer der Nordsee ist eine im Wirkungsbereich der Gezeiten liegende, etwa 11.500 km² große, rund 500 km lange und bis zu 40 km breite Landschaft zwischen Skallingen, Dänemark, im Nordosten

und Den Helder, Niederlande, im Südwesten. Den bei Niedrigwasser freiliegenden Grund der Nordsee bezeichnen wir als Watt. Es ist das größte Wattenmeer der Welt.

Das Watt wird zweimal am Tag während des Hochwassers überflutet und fällt bei Niedrigwasser wieder trocken, wobei das Wasser oft durch tiefe Ströme (Priele) abfließt.

Der zeitliche Abstand zwischen einem Hochwasser und einem Niedrigwasser beträgt durchschnittlich sechs Stunden und zwölf Minuten.

Das Wattenmeer ist vor etwa 7500 Jahren entstandenen und dient unzähligen Vögeln und Fischen als Rastplatz und Nahrungsquelle. Fast das gesamte Wattenmeer steht unter Naturschutz.

Der deutsche Teil besteht aus dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

Ausgenommen von diesem Schutz sind die großen, als Schifffahrtsrouten wichtigen Flussmündungen sowie das Wattgebiet des Landes Bremen.

Der dänische Nationalpark Vadehavet wurde am 16. Oktober 2010 eingeweiht, das Wattenmeer der Niederlande unterliegt einem komplexen Geflecht aus verschiedenen Schutzmaßnahmen.

UNESCO-Weltnaturerbe

Die Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Niedersächsisches Wattenmeer sowie der niederländische Wattenmeerbereich gehören seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe.

2011 wurde auch der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und 2014 der dänische Nationalpark Vadehavet sowie eine seewärtige Erweiterung in Niedersachsen in die Liste der Weltnaturerbe aufgenommen.

Nach der Bewertung der UNESCO ist das Wattenmeer eines der letzten verbliebenen großräumigen Gezeitenökosysteme, in denen natürliche Prozesse weitgehend ungestört ablaufen.

Es besteht aus einem großen, gemäßigten und relativ flachen Küstenfeuchtgebiet mit einer Vielzahl von Übergangslebensräumen mit Gezeitenkanälen, sandigen Untiefen, Seegraswiesen, Muschelbänken,

Sandbänken, Wattenmeer, Salzwiesen, Flussmündungen, Stränden und Dünen und beherbergt zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, darunter Meeressäuger wie Seehund, Kegelrobbe und Schweinswal.

Autor: Willi Schewski

Fotograf. Blogger. Autor. Fotojournalist

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