Meilenstein der deutschen Einigung: Preußen annektiert Schleswig-Holstein

Dieser Tag ging in die Geschichte unseres Bundeslandes ein: König Wilhlem I annektiert am 17. Januar 1867 die nun erstmals per Bindestrich verbunden Herzogtümer als Provinz Schleswig-Holstein. Aber sie stieß auf ein geteiltes Echo.

Die Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen war der Höhepunkt einer langen Auseinandersetzung zwischen dem Königreich Preußen und dem dänischen Königreich um die Herrschaft über die beiden Herzogtümer. Die Auseinandersetzung begann im 19. Jahrhundert, als die dänische Regierung versuchte, Schleswig und Holstein zu einer einheitlichen dänischen Provinz zu vereinigen.

Dieser Versuch stieß auf Widerstand der deutschen Bevölkerung in Schleswig, die sich für eine Vereinigung mit dem Deutschen Reich aussprach.

Im Jahr 1864 kam es zum Deutsch-Dänischen Krieg, in dem Preußen, Österreich und einige deutsche Staaten Dänemark besiegten. Im Frieden von Wien wurde Schleswig und Holstein an Preußen und Österreich übertragen. Die beiden Herzogtümer wurden jedoch gemeinsam verwaltet, was zu Spannungen zwischen den beiden Siegermächten führte.

Im Jahr 1866 kam es zum Deutschen Krieg, in dem Preußen Österreich besiegte und die Vorherrschaft in Deutschland errang. Im Frieden von Prag wurde Österreich verpflichtet, seine Rechte an Schleswig-Holstein an Preußen abzutreten.

Am 17. Januar 1867 erließ König Wilhelm I. das „Patent wegen Besitznahme der Herzogtümer Holstein und Schleswig“. Damit wurden die beiden Herzogtümer endgültig zu einer preußischen Provinz vereinigt.

Die Annexion Schleswig-Holsteins hatte weitreichende Folgen für die Region. Die deutschen Nationalisten sahen sie als einen Sieg für die deutsche Einigung. Die dänische Bevölkerung in Schleswig hingegen war enttäuscht und empört. Die Annexion führte zu einer neuen Welle des dänischen Nationalismus in Schleswig und Holstein.

Die Annexion Schleswig-Holsteins war auch ein wichtiger Schritt in der deutschen Reichsgründung. Sie stärkte die Position Preußens im Deutschen Reich und ebnete den Weg für die Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1871.

In der Folge der Annexion kam es in Schleswig-Holstein zu einer Reihe von politischen und kulturellen Veränderungen. Die deutsche Sprache wurde zur Amtssprache der Provinz erklärt. Die dänische Minderheit wurde diskriminiert und geriet zunehmend in die Minderheit.

Die Annexion Schleswig-Holsteins ist bis heute ein umstrittenes Thema in der Region. Die dänische Minderheit in Schleswig sieht sie als eine Ungerechtigkeit, die noch immer nicht behoben ist.

Beitragsbild: Im Wappen schufen die Preußen „Ordnung“ und drehten die zwei von drei Löwen aus dem dänischen Staatswappen so, dass sie (heraldisch richtig) in dem gespiegelten Wappen nun auf das Nesselblatt blickten

Autor: Willi Schewski

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