Eilige Deichsicherung im Kreis Schleswig-Flensburg nach Jahrhunderthochwasser

Am 20./21. Oktober 2023 hat an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins ein schwerer Orkan gewütet und teils massive Schäden angerichtet. Einige Beobachter sprachen gar von Katastrophe. Die Aufräum- und Deichsicherungsarbeiten sind im vollem Gange.

Es war ein Jahrhunderthochwasser und richtete große Schäden. Im Kreis Schleswig-Flensburg kam es zu mindestens drei Deichbrüchen, darunter in der Schleistadt Arnis, die mit gerade einmal 300 Einwohnern als die kleinste Stadt Deutschlands gilt. An wichtigen Infrastruktureinrichtungen gab es Probleme, wie der Kreis Schleswig-Flensburg bekannt gab. In Arnis wurden Anwohner in Sicherheit gebracht. Die Deiche im Kreis Schleswig-Flensburg sollen bereits bis zum Freitag (27. Oktober 2023) wieder vollständig gesichert sein.

Dieser ehrgeizige Zeitplan ist der entscheidende Faktor zur Abwehr der Gefahren, wie Landrat Dr. Buschmann während einer Pressekonferenz zu den Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers im Kreis Schleswig-Flensburg betonte.

Die Rettungseinsätze konzentrieren sich auf zwei Hauptbereiche. Einer davon befindet sich in Arnis, wo der Sportplatz eine 50 Meter breite Lücke in der Deichlinie aufweist und das Deichfundament bis zu einer Tiefe von 2,50 Metern ausgespült wurde.

Ein umfangreiches Team, bestehend aus Feuerwehr, THW, Bundeswehr und freiwilligen Helfern, arbeitet unermüdlich daran, täglich mehrere hundert sogenannte „Bigpacks“ zu verbauen. Diese mit Sand gefüllten Behälter in Folie sollen die Lücke schließen.

Bereits ab morgen soll die ursprüngliche Wasserlinie wiederhergestellt sein. Daraufhin werden Hochleistungsgeräte eingesetzt, um die weiterhin überschwemmten Gebiete hinter der Deichlinie zu entwässern und somit den Zugang zu den immer noch gefluteten Häusern zu ermöglichen, erklärte der stellvertretende Kreiswehrführer Dirk Schreiber.

Der zweite Schwerpunkt der Rettungseinsätze liegt im Bereich Maasholm in der Nähe von Gut Oehe und Hasselberg. Hier haben die Deiche „ihre Aufgabe erfüllt“ und dem Wasser standgehalten, wie Dietmar Steffens, Fachberater des THW und Vor-Ort-Koordinator, erklärte.

Dennoch wurden sie überflutet und ausgespült, weshalb sie auf einer Strecke von 5 Kilometern teilweise mit „Bigpacks“ verfüllt, mit Vlies abgedeckt und mit Wasserbausteinen gesichert werden müssen.

Landrat Dr. Buschmann zeigte sich beeindruckt und dankbar für die vorbildliche Unterstützung. Seit Samstag sind mehr als 1500 Helfer im Einsatz, um die Deiche zügig, aber dennoch nachhaltig zu sichern. Bereits 20 Stunden nach der Anfrage durch die Kreisverwaltung trafen die ersten LKWs mit „Bigpacks“ ein.

Diese wurden über eine eigens errichtete 200 Meter lange Faltstraße transportiert, die von den Bundeswehrspezialpionieren aus Husum bereitgestellt wurde. Ohne ihre Hilfe wären die überfluteten und durchweichten Wege nicht befahrbar gewesen.

Beitragsbild: Aufnahme von dem Hochwasser in Flensburg v. 21. Oktober 2023

Autor: Willi Schewski

Freier Presse- & Agenturfotograf, Videojournalist & Blogger. Was? #Geschichte #Psychohistorie #News. Wo? #SchleswigHolstein, #Hamburg (und den Rest der Welt)

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: