Der grüne Rettungsring: Mit Steppenbegrünung der Klimakrise begegnen

Der Flensburger Autor Dr. Lorenz Hübner hat im Verlag Oekom das Buch „Der grüne Rettungsring. Mit vernetzter Steppenbegrünung der Klimakrise global begegnen“ veröffentlicht. Der promovierte Immunbiologe, wurde schon in seiner Jugend von Bildern der Dürre und des Hungers im Sahel geprägt. Seit Mitte der 1970er-Jahre verfolgte er Wiederbewaldungsprojekte.

Durch den Kontakt mit Entwicklungshelfern in Mali wurde ihm klar, wie wichtig der Austausch von Information und Praxiswissen für diese und andere Regionen ist. Um diesen zu unterstützen, hat er sich der Zusammenstellung der Ergebnisse bereits existierender »Great Green Walls« angenommen.

Vorwort zu dem Buch:

Fluchtursachen – dieses Wort kann man getrost als Schlüsselwort für Europas Außenpolitik in 2017/2018 ansehen. Neben Kriegen, Auseinandersetzungen und geostrategischen Interessen ist die Armut die Fluchtursache für die einfache Bevölkerung.

Und in vielen Regionen, nicht nur in Afrika, hat die Armut ihren Ursprung in Traditionsverlust, kombiniert mit Verlust des Ackerbodens durch Verwüstung (Desertifikation) und darauf folgender Landflucht.

Dieses Buch kann Mut machen und es soll dazu ermuntern, an den gigantischen Projekten der Begrünung desertifizierter Regionen auf allenEbenen mitzuarbeiten, sie dadurch zu ermöglichen und vor allem über die Jahrzehnte und Jahrhunderte zu erhalten.

Es soll Hoffnung machen, indem es zeigt: Wir können vielleicht doch einiges mehr als gedacht für das Klima und den Klimaschutz tun. Auch kann jeder durch die Unter- stützung dieser Vegetationsmegaprojekte direkt dazu beitragen, dass sich die wirtschaftlich-soziale Entwicklung der ärmsten Regionen in den Wüstenrandgebieten verbessert.


Das Buch zeigt: Zusätzlich zu den bisher wenig erfolgreichen Bemühungen um CO2-Senkung gibt es noch weitere, direkte Wege zu positiver Beeinflussung des globalen Klimas … und dies in einer noch unbekannten Größenordnung!

Als Biologe habe ich mit diesem Thema meine fachlichen Grenzen weit überschritten. Doch da dürfte ich mich in guter Gesellschaft befinden: Als ich einen namhaften Klimaforscher um seine Ansicht zu dem hier behandelten Themenkomplex bat, war seine ehrliche Antwort: »Davon verstehe ich leider zu wenig.«

Es handelt sich ja um ein Thema, das im Grunde nur multidisziplinär angegangen werden kann – gemeinsam mit Agrarwissenschaftlern und -technikern, Botanikern, Ökologen, Ökonomen, Klimaforschern, Meteorologen, Geologen, Geografen, Entwicklungshelfern, Soziologen; und vor Ort mit Landwirten, Politikern, Bürgervertretern, Landwirtschafts- und Umweltverbänden.

Wie vielleicht in keiner anderen Region haben die Menschen in der Sahelzone Afrikas seit den Dürren der 1970er-Jahre lernen können, wie durch gezielten proaktiven und cleveren Einsatz von wiederentdeckten Anbaumethoden aus einer ehemals begrünten,

aber nun von Verwüstung bedrohten Hunger- und Dürreregion wieder blühende grüne Landschaften werden können – unter bestimmten Umständen sogar innerhalb eines Jahrzehnts! Es bleibt nachzuweisen, wie stark eine großflächige

Vegetationszunahme von 0 (Wüste) auf 100 (Wald) als Klimafaktor im Laufe der Zeit das Klima überregional und sogar global beeinflusst, hin zu lebensfreundlicheren Temperaturen und Niederschlägen.

Die Grundidee des globalen CO2-Zertifikatehandels hat als Ziel die Klimaverbesserung. Die vielfältigen Wege zu nachhaltiger CO2-Fixierung werden auf großartige Weise von Instituten wie dem World Resources In- stitute (WRI) aufgezeigt und koordiniert.

Für die Recherchen zu diesem Buch war ich bemüht, neue Untersuchungen zur Wirksamkeit der ver- schiedenen nicht technischen Methoden zur CO2-Senkung, wie Wiederbewaldung, Verhinderung von Waldverlusten, Bewahrung von Feuchtgebieten etc., zu berücksichtigen.

Weltweit beschäftigen sich IPCC-nahe, unabhängige oder von Firmen wie Exxon unterstützte Forschergruppen mit verschiedenen CO2-Freisetzungsszenarien, den daraus abgeleiteten globalen

Temperaturzunahmen und den vielfältigen technischen Möglichkeiten und Renaturierungsmaßnahmen zur Senkung der CO2-Emission beziehungsweise CO2-Bindung in zusätzlicher Biomasse und im Boden.

Auch werden nun die unterschiedlichen Aspekte von Neubewaldung, die mit Temperaturerhöhungen einhergehen können, hinsichtlich so vieler Einzelfaktoren untersucht, dass die Politik Gefahr laufen dürfte, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen. Mit Simulationen und Feldstudien rollt die Publikationswelle; ich konnte nur die Hauptströ- mungen und -argumente in Kapitel 4 erfassen.

Mich hat die Idee beeindruckt, die gesamte Erde selbst als lebendigen Organismus zu betrachten. Mit diesem Bild ist es leichter zu verstehen, wie sich eine mit vielfältigen Grünschattierungen übersäte Oberfläche vor Ort in vielfältiger Wechselwirkung mit der sie umgebenden Lufthülle befindet (Mikroklimata) und dadurch »abwechslungsreiche« Wetter- und Klimamuster bewirkt.

Ich hoffe und freue mich darauf, wenn die vielen Hinweise zu möglicher Mithilfe an Bewaldungsprojekten in Kapitel 11 und die Link-Sammlung im Anhang dazu beitragen, dass sich eine neue, auf die hier darge- stellten gewaltigen Ziele justierte Bewegung von Unterstützerteams auf den Weg macht und die direkte Gestaltung des Erdklimas mit anpackt!

Mein ganz besonderer Dank gilt Herrn Prof. Klaus Becker und Herrn Dr. Werner Feist für die freundliche Unterstützung und vielen Anregungen, meinen Kindern Benjamin und Laura, meiner Frau Nana – und allen, die mit Rat, Tat und Feedback geholfen haben!“ ## Ende Vorwort ##

Highlights des Inhalts gibt es u.a. bei Instagram unter #der_gruene_rettungsring

Das Buch beschreibt den direkten Effekt grossflächiger Steppenbegrünung auf das kontinentale, sogar globale Klima, derart, dass die Oberflächentemperatur abgesenkt und Niederschläge wieder regelmässiger werden – also der Klimaerwärmung entgegen gerichtet.

Es unterrichtet über viele Begrünungsprojekte von teilweise gigantischer Flächengröße und will gerade jungen Menschen Mut machen, indem es zeigt, dass es neben der Reduktion von CO2 als höchster Priorität noch weitere Wege gibt, die das Klima direkt und zusätzlich positiv beeinflussen können.

Wenn Steppen und Wüstenrand-Regionen auf Millionen von Quadratkilometern um den Globus begrünt werden – und die Anfange mit 4 Millionen qkm (!) in China und 5 bis 6 Jahrzehnten Erfahrung gibt es schon – dann folgen Schatten, Niederschläge, Bodenverbesserung und Ermöglichung von Landwirtschaft statt verarmter lebensfeindlicher Böden und -global – in wenigen Dekaden zusätzliche Abkühlung, unabhängig von der CO2-Fixierung. –

Das Buch zeigt Wege und gibt Informationen darüber, wie wir uns zusammentun können, um bei den globalen Steppenbegrünungen vor Ort und von hier aus mithelfen und damit zu nachhaltiger Klimaverbesserung beizutragen.

Es ist sehr geeignet für zeitgemässen Schulunterricht zum Thema „Klimawandel“, z.B. für den Wirtschafts-, Politik- oder Biologieunterricht.

Aus dem Inhalt:

– Great Green Walls / GGWs: Wieviele gibt es? (den ältesten in Algerien, den größten in China), welche Erfahrungen haben wir nach bis zu 6 Jahrzehnten grossflächiger Bewaldung über tausende km?

– China – das grösste Ökoexperiment aller Zeiten! grossflächige Bewaldung seit 60 Jahren, heute auf bis zu 40% der Landesfläche… Was sind die (Klima-) Ergebnisse?

– Warum lief es im Sahel bisher nicht so gut? – Warum wurden die DOPPELTEN Klimamöglichkeiten von Bewaldung bisher wissenschaftlich zerredet?

– Was ist mit der direkten Klimabeeinflussung durch Wald, also neben der CO2 Senkung auch eine regional schon nachgewiesene Temperaturerniedrigung..?

– Warum ist großflächiger Wald keine „Zwischenlösung“ bis zum erwarteten Ende fossiler Brennstoffe („bis zur Mitte dieses Jahrhunderts“ ?) – sondern eine bis weit in das nächste Jahrhundert ausbaubare Natürliche Klimalösung?

– Welche Vorteile für Landwirtschaft und Ernährung?

– Von Verarmung des Bodens sind schon bis zu einem Viertel der Landoberfläche (ohne Wüsten und Eisflächen) betroffen: Warum ist Bewaldung und mehr Vegetation das einzige wirksame Gegenmittel und hilft dabei auf doppelte Weise dem Klima?

– Erwärmt Wald die Umgebungstemperatur im Vergleich zu entwaldeter Fläche?

– Desertifikation als tickende Klimabombe: Hier wächst kaum etwas mehr, auf 25% der Erdoberfläche – und gerade dort, wo Wald für Abkühlung (ganzer Kontinente) sorgen kann.

Neugierig? Hier der Link zur vollen Leseprobe als pdf.

Dr. Lorenz Hübner hat bei YouTube einen Beitrag als kleines Video erstellt, hier schauen:

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