„MS Mord – Tödliches Nordlicht“ – Seichtwasser-Kreuzseefahrt-Geschichte

Inhalt: Mit Kurs aufs Nordkap ist die „Norwegian Legend“ auf der berühmten Postschiffroute, der Hurtigruten* unterwegs. Passagiere und Crew hoffen darauf, das sagenumwobene Nordlicht zu sehen. Doch neben Hoffnung herrschen auch Angst und Hass an Bord.

Eine Konzernchefin glaubt, dass ihr Enkel sie aus dem Unternehmen drängen will, eine ehemalige Operndiva begegnet dem Mann wieder, der ihr Leben zerstört hat, und ein radikaler Aktivist will ein Zeichen gegen die Umweltzerstörung setzen. Kommt es am Nordkap zur Katastrophe?

Kritik: Für mich geht es beim Buch-Lesen um elementare Dinge: Komme ich gut in den Stoff rein, gelingt der Anfang, reizt es zum Weiterlesen? Das ist dem Autor soweit gelungen. Doch dann sowas:

„Danke, Großmutter, es war immer schon ein Traum, in einem SUV diese atemberaubende Landschaft zu entdecken

Uff, ja.

Der Junge wird bestimmt mal ganz groß…“ „Er ist sehr jung, erwiderte sie„. Seite 40

Ganz groß, ja.

Der Autor „schreibt Krimis wie das Leben“, wird er vom Verlag zitiert. Ok, in der Tat. Aber, wollen wir in einem Krimi Stoff wie aus dem Leben oder wollen wir in eine andere Welt verschmelzen? Wenn das Letzte gelungen ist in großartigen Worte, ist ein Krimi gelungen – so aber nicht. Weiteres Beispiel

Ja, ganz plötzlich ist er zusammengebrochen, er hatte noch so viel vor. Er könnte heute noch leben, wenn er seine Kräfte besser eingeteilt hätte.“ S. 158

Danke, es reicht!

Fazit: Auf mich wirkt der Inhalt wie Beziehungskitsch a la Pilcher oder „Traumschiff“ im ZDF-Senioren-TV. Nein, mit Krimi hat das Ganze nichts zu tun. Eher mit Seichtwasser-Kreuzseefahrt-Romantik mit reichlich Kitsch und klatsch und Quatsch. Und reichlich unlustig.

Mick Schulz schreibt „Krimis wie das Leben“ und wird vom Verlag zitiert: „Mir geht es weniger um die althergebrachte Tätersuche, vielmehr darum, wer am Ende das Spiel des Lebens verliert und zum Mörder wird. Vielleicht ist diese Sichtweise bezeichnend für meine Krimis.“

Mag der Autor über seinen Stoff selbst denken – aber zum Glück denken andere breiter und anders. *

*Übrigens: Der Begriff *Hurtigruten oder Hurtigruta kommt – wer hätte das gedacht? – aus dem Norwegischen und bedeutet so viel wie „die schnelle Route“. Die Bezeichnung steht für die traditionellen norwegische Postschifflinie, die seit 1893 die Orte der über 2700 Kilometer langen norwegischen Westküste verbindet.

Heute fahren die kombinierten Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrtschiffe die Küstenlinie Norwegens zwischen Bergen und Kirkenes in sechseinhalb Tagen ab, wobei der eigentliche Postverkehr 1984 eingestellt wurde.

Der Autor: Mick Schulz, geboren 1959 als Sohn eines Redakteurs und einer Lehrerin im rheinischen Bonn, brennt bereits früh für Literatur, Philosophie und Musik. Er entscheidet sich dann für die Musik und studiert Dirigieren am »Mozarteum« in Salzburg. Sein Weg führt ihn zunächst in die Oper, doch bleibt er der Literatur treu. Als er das Schreiben für sich entdeckt, lässt es ihn nicht mehr los: Kurzgeschichten, Erzählungen und Romane folgen. Er lebt und arbeitet im Harz bei Goslar.

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