Umweltprobleme der Flensburger Förde: SSW Info-Tour mit dem Ausflugsschiff MS Sonderborg

Der Flensburger Förde geht es nicht gut. Die Landesregierung tut zu wenig, heißt es beim SSW. Um über die Umweltprobleme der Flensburger Főrde zu informieren, luden der SSW-Spitzenkandidat Lars Harms und Landesvorsitzender Christian Dirschauer 80 Gästen samt Presse auf eine Schifffahrt mit der MS Sønderborg ein.

Auf der Fahrt am Samstag-Vormittag (23.04.2022) durch den unteren Teil der Förde ging es weniger um eine Tourismus- als Politik-Tour. Das Thema ist ernst. Der Förde geht es nicht gut. SSW-Spitzenkandidat Lars Harms und Landesvorsitzender Christian Dirschauer informierten die 80 Gästen samt Presse auf der MS Sønderborg über die Umweltprobleme der Flensburger Főrde. Christian Dirschauer fordert eine grenzűberschreitende Initiative um die Umweltprobleme der Flensburger Förde zu lősen. Ideal wäre ein Nationalpark Ostsee wie am Beispiel des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Kein Fjord, sondern Förde: Die Flensburger Förde (dänisch Flensborg Fjord) ist eine Förde im Bereich der westlichen Ostsee auf der Ostseite der Kimbrischen Halbinsel (auch Cimbrische Halbinsel bzw. Jütische Halbinsel). Das Westende der Förde nahe der Krusau-Mündung markiert zugleich den westlichsten Punkt der Ostsee. Zur Abgrenzung: Die Flensburger Förde ist als glaziale Tieflandsform im geomorphologischen Sinne kein Fjord, sondern eine Förde.

Die JAMAIKA-Regierung nehme, so die Auffassung der SSW-Vertreter, „die Verschmutzung der Főrde nicht ernst.“ Das Ökosystem sei in einem schlechten Zustand „wir müssen dringend ein grenzüberschreitendes Programm zur Sanierung der Förde beschließen“, so die einhellige Meinung der SSW-Politiker-/ innen.

Christian Dirschauer (im Bild) forderte eine grenzűberschreitende Initiative um die Umweltprobleme der Flensburger Főrde zu lősen. Die Ideallösung wäre ein Nationalpark Ostsee wie am Beispiel des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Dirschauer sagte, dass er „mehr als Reden“ bisher nicht von der JAMAIKA-Regierung (CDU, Bündnis90/Die Grünen und FDP) gehört hätte. Es sollten Maßnahmen ergriffen werden. Er nannte „vier große Handlungsfelder, vier Problemfelder“:

1. Ein zu hoher Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft und Klärwerken in die Förde. Der führe dazu dass wir einen erheblichen Anteil an Biomasse haben.

2. Wir haben ein großes Problem mit Plastikmüll.

3. Alte Munition aus dem 2. Weltkrieg, die in der Förde liegt, die teilweise bewußt versenkt wurde.

Als 4. Punkt nannte Dirschauer die Wildmuschelfischerei, wo auf dänischer Seite auch weiterhin die Muschel-Fischerei betrieben wird. Auf deutscher Seite der Flensburger Förde ist dieses seit 2019 verboten (siehe hier ausführliche Info unter der Quelle NABU).

Das Wasser kennt keine Grenzen„, sagte Dirschauer. „Wir brauchen ein grenzüberschreitendes Programm zur Sanierung der Flensburger Förde um die Todeszonen in der Tiefe wieder zu beleben.“. Kurz vor der Förde-Tour Am hatte sich der Umwelt- und Agrarausschuss des Landtages auf Antrag des SSW nochmals zu einem Fachgespräch mit Expertinnen und Experten getroffen.

Die Teilnehmenden, die Stadt Flensburg, der Kreis Schleswig-Flensburg, die Kommune Aabenraa, der BUND, der NABU, die Lighthouse Foundation sowie Dr. Dennis Barnekow von der Uni Flensburg und das UWT – Unterwasserteam Flensburg, hatten ergänzend zu den schriftlichen Äußerungen, nochmal mündlich Stellung genommen und die unterschiedlichen Problemfelder ergänzend beschrieben.

Dirschauer sei „froh, dass durch meinen Berichtsantrag aus Juni 2021 die Flensburger Förde erstmals auch landespolitisch Beachtung findet.

Und auch einer unserer Stärken als SSW, nämlich der des Brückenbauers nach Dänemark, konnten wir gerecht werden und haben mit dem Bürgermeister der Kommune Aabenraa Jan Riber Jakobsen einen starken Partner an unserer Seite, für ein grenzüberscheitendes Projekt zur Rettung unserer Förde. „Nach Abschluss der Anhörungen gelte es jetzt, dass Gehörte in Maßnahmen umzusetzen.

Seit 50 Jahren wird darüber geredet, und nichts ist geschehen. Aber jetzt wollen wir etwas dagegen tun, betonte Dirschauer. Die Gesamtbewertung nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) wird als unbefriedigend beschrieben. Der gute Umweltzustand, nach der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) wird nicht erreicht. Darüber hinaus besteht die Problematik mit Plastikeinträgen und Munitionsbelastungen.

Wir müssen mit der Landwirtschaft zusammen Konzepte zur Verbesserung der Qualität erarbeiten und die Landesregierung muss endlich Genügend Geld in die Hand nehmen, um diese dann auch umzusetzen.

Die Flensburger Förde ist ein Teil des Grenzgebietes und daher ist es zwingend notwendig, dass wir auch eine intensivere Zusammenarbeit mit der dänischen Seite zum Schutz des Gewässers auf den Weg bringen.

Christian Dirschauer (i. Bi. re.), Aufnahme vom 23.04.2022, Flensburger Förde, Ostsee, Grenzgebiet Deutschland-Dänemark

Eine Mitteilung von Juni 2021 bringt die Probleme nochmals auf den Punkt (hier verkürzt zitiert):

Seit Jahren häufen sich die Schreckensmeldungen über den Zustand der Flensburger Förde. Doch was unternimmt die Landesregierung eigentlich dagegen? Der umweltpolitische Sprecher des SSW im Landtag, Christian Dirschauer, hat jetzt einen Bericht eingefordert über den Zustand und geplante Maßnahmen in den vom Öko-Kollaps bedrohten FFH-Teilgebieten zwischen Flensburg und Geltinger Birk (Drucksache 19/3106).

Der Nährstoffbericht des Landesumweltministeriums für 2020 hat gezeigt, dass der Zustand unseres Fördewassers gar noch deutlich dramatischer ist als bisher angenommen. Wir müssen deshalb alles Menschenmögliche unternehmen, um ein Kippen des Ökosystems in der Förde zu verhindern. Und da dieses Problem auch vor der Grenze nicht halt macht, sollten wir unsere dänischen Partner auch mit ins Boot holen“.

Welche konkreten Maßnahmen die Landesregierung plant, um die Flensburger Förde vor einem ökologischen Kollaps zu retten, bliebe, so Dirschauer, indes nebulös. „Ein paar Fördermillionen für die Landwirtschaft dürften jedenfalls kaum reichen, um die dramatische Lage in den Griff zu bekommen“.

Dirschauer hatte die Landesregierung aufgefordert, einen umfassenden Bericht zum Zustand und zu geplanten Maßnahmen zu erstellen. Der Bericht soll in der Dezember-Sitzung des Landtags gegeben werden. „An diesem Bericht werden wir die Jamaika-Regierung messen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einfordern. Die Flensburger Förde gilt schließlich als eines der fragilsten Gebiete der Ostsee“. Quelle: SSW Presse

Autor: Willi Schewski

Fotograf. Blogger. Autor. Fotojournalist

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