SAGEN UND LEGENDEN AN DER NORDSEE:Herrenhaus Hoyerswort & der Tanz mit dem teufel

Das Herrenhaus Hoyerswort ist das einzige ehemalige Herrenhaus der Landschaft Eiderstedt. Der zweiflügelige Bau der Renaissance mit einem Treppenturm ist von einem doppelten Wassergraben umgeben.

Das Herrenhaus steht etwa eineinhalb Kilometer südlich des Kirchorts Oldenswort im schleswig-holsteinischen Kreis Nordfriesland, einer Gemeinde des Amtes Eiderstedt.

Das Herrenhaus steht auf einer wohl schon zur römischen Kaiserzeit bewohnten Warft (auch Warf, Werfte, Worth, Wurt, Wurth, Wierde oder Terp). Erbauer des Hauses war der Staller (Amtmann) Caspar Hoyer (1540–1594). Sein Vater, Lange Harm Hoyer, diente dem Herzog von Schleswig-Holstein und späteren dänischen König Friedrich I. als Heerführer.

1513 wurde er geadelt und erhielt Friedrichs uneheliche Tochter Catharina (1491–1534) zur Frau. Als diese starb, heiratete er 1535 Maria Knutzen (~1515–1560), die Tochter einer anderen unehelichen Tochter Friedrichs.

Aus dieser zweiten Ehe stammt Caspar Hoyer. Dieser war seit 1563 Rat des Herzogs Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf. Bereits ein Jahr später erhielt er 200 ha Land sowie das Grundstück geschenkt, auf dem er später das Herrenhauses errichten ließ. 1587 wurden Hoyersworth alle Rechte eines Ritterguts verliehen. Quelle

Und um dieses Rittergut, der Hoyersworth, rankt sich eine Sage, die es nun hier zu erzählen gibt:

Ein junges Mädchen auf Eiderstedt tanzte vor langer Zeit so gern. Auch wenn der Teufel sie zum Tanzen auffordern sollte – ausschlagen täte sie es selbst ihm nicht. Und so soll es sich vor langer Zeit zugetragen haben:

Im Herrenhaus Hoyerswort auf Eiderstedt ist ein Fest und plötzlich tritt ein Fremder ein. Er fordert das Mädchen auf, das doch nie einen Tanz ausschlug und selbst mit dem Teufel tanzen würde.

Klar ist, wer der Fremde ist und wie das Ganze ausgeht. Sie tanzen bis das Mädchen tot ist und ihm Blut aus dem Mund fließt, die Wand des Festsaals ist nun beschmutzt und für immer ein mahnendes Mal. Für immer?

Alfred Jordy ist heute Hausherr auf Eiderstedt und er weiß, hinter welchem Wandbehang ein Fleck zu sehen ist. Immer noch und scheinbar unauslöschlich. Denn die Geschichte geht weiter. Jordy:

Jede Nacht, Punkt Mitternacht, steigt das Mädchen aus dem Grab und geht in den Tanzsaal. Dort bricht die Musik los und jeden, der zufällig im Saal ist, fordert sie zum Tanz auf.

Tue dies ein Christ, so raunen es manche Leute, sei das Mädchen erlöst. Getraut aber habe sich das bislang noch niemand.

Die Nacht auf Hoyerswort ist inzwischen mondhell und die leisen Töne von Violinen wehen über den Hof. Heute ist es nur ein Konzert, aber wer traut sich hinauf in den Tanzsaal?

Ein Fleck ist dort wirklich an der Wand, hinter einem Behang, Blut und unauslöschlich soll es sein, sagt die Sage. Den habe man schon oft überstrichen, aber das Zeichen tauche immer wieder auf – sagt Alfred Jordy.

Sie glauben das nicht? Fahren Sie nach Hoyerswort! Es gibt dort schöne Ferienwohnungen und ein Café, ein Museum und eine Töpferei. Und es gibt den Saal, oben, wo Mann ein mitternächtliches Tänzchen wagen kann, auf knarrenden Dielen, im herrschaftlichen Saal, zur Geisterstunde. Dann, und erst dann, ist das arme Mädchen erlöst.

Textquelle & Beitragsfoto: Herrenhaus Hoyerswort © Alfred Jordy

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