Flensburg: Knudsgilde feiert 852-jähriges Bestehen

Am Samstag, 25.06.2022 feierte die Flensburger Knudsgilde ihr 852-jähriges Bestehen. Wie es guter Brauch ist, haben Oberbürgermeisterin Simone Lange und Stadtpräsident Hannes Fuhrig die Gildebrüder mit Gästen am Samstagvormittag vor dem Rathaus empfangen.  Die Oberbürgermeisterin und der Stadtpräsident freuen sich, diese gute Tradition fortzusetzen. Doch was ist eigentlich eine Gilde und woher kommt diese gute Tradition?

Als Gilde wird seit dem Mittelalter und der frühen Neuzeit der Zusammenschluss von Kaufleuten bezeichnet. Der Zusammenschluss von Handwerksmeistern wird als Zunft bezeichnet.

Die Knudsgilde Flensburg wurde 1170 gegründet. Sie hatte Einfluss auf die Politik und das kulturelle Leben der Stadt. Ihr Sitz war bis 1844 der Knudsgildenhof, am Holm 45 in der Flensburger Innenstadt. Heute wird dieser einfach nur Holmhof genannt.

Aufstieg und Niedergang und Neubeginn

Der politische Einfluss der Gilde schmolz in den Folge-Jahrhunderten. Ursache waren Gründungen weiterer Gilden, der Hanse, die Erlangung der Stadtrechte für Flensburg und die Bildung der Ratsverfassung. Den Niedergang beschwerte schließlich der Flensburger Hafen, der unter dänischem Herrschaft im 16. Jahrhundert die größte Bedeutung in seiner Geschichte erlangte. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hob der Flensburger Rat schließlich die Flensburger Knudsgilde offiziell auf.

In Flensburg existiert aber bis heute noch eine Gemeinschaft, die sich auf die frühere Knudsgilde beruft. 1844 siedelt das Vereinsheim vom Knudsgildenhof in die – bis heute bestehende –  St. Knudsborg  am Hillig-Water Gang / Munketoft 33 (Stadtteil Sandberg, nahe Bahnhof) an und erhielt einen neuen Namen: Knudsgilde.

Tradition fortgesetzt: „Knudstag“ – am 25. Juni eines jeden Jahres

Oberbürgermeisterin und Stadtpräsident empfangen St. Knudsgilde Flensborg vor dem Rathaus. Aufnahme vom 25.06.2022, Flensburg

Ins öffentliche Bewusstsein tritt die Knudsgilde am „Knudstag“, den sie am 25. Juni eines jeden Jahres begeht. Ihr Schutzpatron Knud Laward (1096–1131) war – nach der Heiligsprechung durch Papst Alexander III. im November 1169 – am 25. Juni 1170 in der St.-Bendts-Kirche in Ringsted beigesetzt worden.

Die Gildenbrüder erinnern mit einem Gang zum Flensburger Rathaus am besagten Tag an die ehemals große politische Bedeutung der Flensburger Knudsgilde, auf die sie sich berufen. Zudem wollen sie mit ihrem Aufmarsch die Verbindung zur Stadt lebendig halten.

Zu diesem festlichen Anlass tragen die Gildenbrüder Frack und Zylinder. Ihr Marsch durch die Stadt wird von einem Orchester und einer Pferdekutsche begleitet. Beim Rathaus angekommen, werden sie traditionell vom Oberbürgermeister, dem Stadtpräsidenten oder einem anderen hohen Vertreter der Stadt empfangen.

2013 gehörten zur Gilde 85 Mitglieder, darunter die Ehrenmitglieder Prinz Henrik von Dänemark und dessen Söhne Kronprinz Frederik von Dänemark und Prinz Joachim zu Dänemark. Die Ehrenbrüderschaft ist keine neue Entwicklung. Zu den Ehrenbrüdern gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg beispielsweise auch der Flensburger Oberbürgermeister Jacob Clausen Möller. Es werden nur dänischsprachige Mitglieder aufgenommen.

Lesen im Zusammenhang mit dem Thema: „Straßennamen erzählen Geschichten: Munketoft in Flensburg“ (Link)

Beitragsbild: St. Knudsgilde feiert 852. Jahrestag der Seligsprechung ihres Schutzpatrons Knud Lavard. Gildebrüder stehen an der Heimstätte der Knudsgilde, der St. Knudsborg am Hillig-Water Gang (Helligvandsgangen) / Munketoft 33. Aufnahme vom 25.06.2022, Flensburg

Hinweis: Die Links führen zu Fotos der Genannten und/oder weiteren Informationen im Blog

Autor: Willi Schewski

Fotograf. Blogger. Autor. Fotojournalist

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