Neumünster: Dritter und vierter Hilfstransport für die Ukraine angekommen

Am Wochenende sind zwei weitere Hilfstransporter aus Neumünster für die Menschen in der Ukraine wohlbehalten angekommen. Das teilte die Stadt Neumünster heute (21.03.2022) mit. Ein Transport ging diesmal auch in die Neumünsteraner Partnerstadt Koszalin*.

Die Neumünsteraner Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger zeigte sich ausgesprochen dankbar, sie wird zitiert: „Mein ganz besonderer Dank gilt den vielen Spenderinnen und Spendern sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die die Sachspenden professionell gepackt haben und den Fahrern der Spedition BTS und Spedition Sprint, die die Sattelzüge ans Ziel gebracht haben. Gemeinsam leisten wir damit ungemein wichtige humanitäre Hilfe“.

Der dritte Hilfstransport aus Neumünster, den die Spedition Sprint übernahm, kam am Freitag in Chelm*** in der Grenzregion von Polen zur Ukraine an. Dort hat die Stadt Novovolynsk** eine Lagerhalle angemietet, da der Weg direkt in die Ukraine aktuell sehr riskant ist.

Von dort bringen die Novovolynsker die Sachspenden mit kleineren Fahrzeugen über die Grenze und der Krisenstab in Novovolynsk organisiert dann den Weitertransport der Sachspenden aus Neumünster möglichst tief in die Ukraine hinein.

Vierter Hilfstransport

Am Sonnabend kam dann der von der Spedition BTS aus Wasbek gefahrene vierte Hilfstransport in der Partnerstadt Koszalin* an. Da Koszalin zahlreiche Flüchtlinge aufnehmen musste, bat der Bürgermeister Potr Jedliński die Stadt Neumünster um Unterstützung in Form von Sachspenden.

Die vom Förderverein des Stadtfeuerwehrverbandes und der Regieeinheit des Katastrophenschutzes initiierte Sammelaktion von Sachspenden ist zweifelsohne ein Riesenerfolg in dieser schweren Zeit. Die verbliebenen Sachspenden und weitere Medikamente für die Menschen in Novovolynsk, die der Lions Club Neumünster-Holsten aktuell zusammenstellt, werden dann voraussichtlich am kommenden Wochenende von der Textilreinigung Dygutsch in die Krisenregion gebracht.   

*Koszalin [koˈʂalʲin], deutsch Köslin, ist mit rund 108.000 Einwohnern eine Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Die nach Stettin zweitgrößte Stadt der Woiwodschaft ist eine Regiopole und hat eine hohe regionale verkehrstechnische und wirtschaftliche Bedeutung. Bis 1945 war Köslin Hauptstadt des Regierungsbezirks Köslin in der preußischen Provinz Pommern im Deutschen Reich. Am 5. März 1945 besetzte die Rote Armee Köslin und brannte die Innenstadt nieder, wobei etwa 40 % der Bausubstanz zerstört wurden. Anschließend unterstellte sie Köslin der Verwaltung der Volksrepublik Polen. Link zu Google-Maps.

** Nowowolynsk (ukrainisch Нововолинськ; russisch Нововолынск) ist eine Stadt im Nordwesten der Ukraine in der Oblast Wolyn nahe der Grenze zu Polen. Sie zählt ca. 53.703 Einwohner (Stand:2004). Link zu Google Maps.

*** Chełm [ˈxɛwm] (dt. Cholm, ukrainisch Холм Cholm) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Lublin östlich von Lublin unweit der Grenze zur Ukraine. Die Stadt bildet einen Stadtkreis, in dem rund 65.000 Menschen leben (Stand 30. Juni 2014). Der Name Chełm kommt von altslawischen cholm und bedeutet „Hügel“.

Ab 1939, während der deutschen Besetzung Polens, gehörte Chełm zum Generalgouvernement. Es wurden fast alle dort lebenden Juden im nahe gelegenen Vernichtungslager Sobibor vergast. Am 1. Januar 1940 errichteten die Nationalsozialisten in der Nähe ein Ghetto von dem aus ab 21. Mai 1942 die Insassen nach Sobibor zu Vernichtung deportiert wurden. Das Ghetto wurde am 6. November 1942 geschlossen. Daneben gab es noch in der Zeit vom 6. September 1941 bis 31. März 1942 ein Zwangsarbeitslager für männliche Juden.

Im Juli 1944 erreichte die Rote Armee die Stadt und befreite sie.

Bildunterschrift: Da Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger terminlich verhindert war, übergab der Vorsitzende des Fördervereins Feuerwehr, Gerd-Peter Doege (links) gemeinsam mit Dennis Burchardt (rechts) von der Regieeinheit einen Brief für den Bürgermeister der Stadt Koszalin an den Fahrer von BTS, Stefan Theen.                          

Autor: Willi Schewski

Fotograf. Blogger. Autor. Fotojournalist

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