Porträt: Achim Heukemes, Extremsportler

Er wird am 25. September siebzig und ist ein Mann fürs Extreme, Sportliche: Achim Heukemes. Am 2. Juli 2021 startete er in Flensburg seinen dritten Race-Across-Germany (1100 km von Flensburg bis nach Garmisch Partenkirchen) und er musste „mal wieder eine Niederlage hinnehmen“. Wie das dazu kam und was genau darunter zu verstehen ist, dazu später mehr.

Achim Heukemes wuchs in Wuppertal auf und erlernte den Beruf des Industriekaufmanns und arbeitete als Fernfahrer.

In seiner Freizeit huldigte er seiner Vorliebe für Länder und die Straße. So durchquerte er mit dem Motorrad zahlreiche Länder und unternahm Nonstop-Touren: Beispielsweise fuhr er mehrmals rund 2000 Kilometer nonstop von Wuppertal zur Eiger-Nordwand.

1983 zog er von Wuppertal nach Mittenwald (Oberbayern). Mit Kurt König, einen erfolgreichen Bergläufer, nahm er 1984 am 10-km-Silvesterlauf in München teil.

Der „schnellstlaufende Fernfahrer“ Deutschlands

Heukemes Liebe fürs Laufen entflammte nun. Er begann auf seinen Fahrten als Fernfahrer Wartezeiten zum Laufen zu nutzen. Bereits nach neun Monaten lief er seinen ersten Marathon in Berlin in 3:03 h.

Bald galt er als der „schnellstlaufende Fernfahrer“ in Deutschland und nahm an zahlreichen großen Bergläufen (Osterfelderkopf, Kitzbüheler Horn, Matterhorn, Kanzelwand) teil.

1985 gab er nach einem Motorrad-Unfall das Motorradfahren auf und konzentrierte nun sich völlig auf das Laufen. Um mehr trainieren zu können, wechselte er 1988 erneut seine Tätigkeit vom Fernfahrer zum Schichtführer eines Versandes in Nürnberg.

Durch seine guten sportlichen Resultate lernte Heukemes bei einem Wettkampf den 100-km-Läufer Hartmut Häber kennen und war sofort von der Strecke 100 km fasziniert.

Schließlich gab Heukemes seinen Beruf auf, um sich als einer der wenigen Profisportler im Ultramarathon völlig seiner Lauf-Leidenschaft widmen zu können.

So folgten mehrere Länderdurchquerungen in Rekordzeit (z. B. 2005 Australien-Durchquerung, 4568 km in 43 Tagen).

Nach der USA-Doppeldurchquerung 2011 wechselte er zum Extrem-Radfahren, wo er jetzt an den härtesten Radrennen der Welt teilnimmt. Heute wird er von Sponsoren unterstützt, hat zwei Bücher geschrieben und hält Vorträge über seine Länderdurchquerungen.

Insgesamt hat Heukemes bis heute fünfzehn Gesamtsiege bei internationalen Rennen und vierzehn zweite Plätze sowie acht dritte Plätze bei internationalen Rennen erreicht.

Heukemes ist einer der porträtierten Protagonisten im Dokumentarfilm I Want to Run – Das härteste Rennen der Welt über den Transeuropalauf 2009, der im Frühjahr 2012 in Deutschland im Kino lief (hier ein Trailer).

Foto: Achim Heukemes beim Start, Schiffbrücke, Flensburg, 2. Juli 2021

Der Radmarathon „Race-Across-Germany 2021“, der am 2. Juli 2021 in Flensburg startete, war bereits sein Dritter.

Den Ersten startete er 2013 und stellte einen Solorekord mit dem Fahrrad auf: In 51 Stunden und 30 Minuten absolvierte er die 1100 Kilometer von Flensburg nach Garmisch-Partenkirchen. Den Zweiten absolvierte er ein Jahr später.

Drittes Rennen: „Mal wieder eine Niederlage hinnehmen“

Das dritte Rennen, 2021, lief ganz gegen den Willen von Heukemes. Bei Facebook schreibt er am 3. Juli um 22:43:

„So liebe Fans & Fitlner… seit langem musste ich heute mal wieder eine Niederlage hinnehmen…… nach 600 km & 4.209 hm… im Harz…musste ich aus Muskulären Problemen… ausscheiden..… habe mich sozusagen selber zerlegt…bin Beine mäßig geplatzt…leider…konnte weder die nächsten

Anstiege rauf – noch runter fahren…beim runter fahren… war ich nicht mehr in der Lage… die scharfen Kurven zu meistern…um mich nicht zu zerlegen… beschloss ich auszusteigen…obwohl ich sogar im Gesamtfeld ziemlich weit vorne war…& die Mastes Klasse 70 + angeführt habe…

es wäre mein 3 Masters Sieg gewesen…habe ich mich dann Entschlossen das Rennen zu beenden … dafür bin ich aber jetzt heil zu Hause…aber es schmerzt sehr…in 6 Wochen greife ich bei den Ironman Europameisterschaft wieder an…denn wenn man hinfällt … ist es wichtig wieder auf zu stehen… in diesem Sinne euer Achim“. ## Zitat Ende ##

Der Fotograf, der den Start der Tour am 2.7. in Flensburg dokumentierte, wünscht Achim Heukemes alles Gute beim nächsten Rennen, der Ironman Europameisterschaft!

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