29. Januar 1867: Die preußische Post übernimmt die Thurn-und-Taxis-Post

Die Geburt einer Nation: Als Preußen die Thurn-und-Taxis-Post übernahm. Erleben Sie die historische Wende vom 29. Januar 1867, als Preußen die Thurn-und-Taxis-Post übernahm und ein jahrhundertealtes Privileg beendete. Tauchen Sie ein in die Verhandlungen und Intrigen hinter diesem entscheidenden Moment, der die deutsche Postgeschichte prägte. Entdecken Sie, wie dieser Schritt die Grundlage für eine moderne Staatsmaschine legte und die Einheit des deutschen Postwesens vorantrieb. Ein historisches Ereignis, das Macht, Einheit und Effizienz in einer Zeit des Umbruchs verkörperte.

„Die Post ist gleichsam wie Öl für die ganze Staatsmaschine“ (1). Am 29. Januar 1867 unterzeichneten Preußen und die Familie Thurn und Taxis einen Vertrag, der die Thurn-und-Taxis-Post an Preußen übertrug. Dieser Vertrag bedeutete das Ende eines jahrhundertealten Privilegs der Familie Thurn und Taxis, die seit 1650 das alleinige Recht zum Posttransport in Deutschland besaß.

Der Vertrag war das Ergebnis des Deutschen Krieges von 1866, in dem Preußen Österreich und seine Verbündeten besiegt hatte. Als Folge des Krieges annektierte Preußen unter anderem das Königreich Hannover, das Herzogtum Kurhessen und die Freie Stadt Frankfurt. In Frankfurt war der Sitz der Zentralverwaltung der Thurn-und-Taxis-Post.

Der preußische Handelsminister Graf Itzenplitz entsandte daraufhin den Geheimen Postrat Heinrich von Stephan nach Frankfurt, um die Übernahme der Thurn-und-Taxis-Post vorzubereiten. Stephan war ein begabter und ehrgeiziger Beamter, der die preußische Post zu einer modernen und effizienten Behörde umgestalten wollte.

Entschädigung: 3 Millionen Taler

Nach Verhandlungen mit der Familie Thurn und Taxis einigte sich Stephan auf einen Vertrag, der die Thurn-und-Taxis-Post zum 1. Juli 1867 an Preußen übertrug. Im Gegenzug erhielt die Familie Thurn und Taxis eine Entschädigung von 3 Millionen Talern.

Die Übernahme der Thurn-und-Taxis-Post war ein wichtiger Schritt zur Vereinheitlichung des deutschen Postwesens. Sie bedeutete das Ende eines jahrhundertealten Privilegs und den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte der deutschen Post.

Bild: Preußisches Posthausschild (Faksimile) – 1776. Preußisches Posthausschild aus Halle an der Saale. Das Original findet sich im Bundespostmuseum in Frankfurt/Main.

(1) Das Zitat stammt von Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig von Preußen. Er sagte es im Jahr 1713. Friedrich Wilhelm I. war ein großer Förderer der preußischen Post. Er erkannte, dass eine schnelle und zuverlässige Post für eine moderne Wirtschaft und Verwaltung unerlässlich ist. Das Zitat „Die Post ist gleichsam wie Öl für die ganze Staatsmaschine“ bringt diese Auffassung auf den Punkt.

Das Zitat ist heute noch aktuell. Es zeigt, dass die Post eine wichtige Rolle für die Funktionsfähigkeit eines Staates spielt.

Beitragsbild: Die Postkonferenz in Karlsruhe im Jahr 1865 (Photo) – 1865. Zu den Eigentümlichkeiten des 19. Jahrhunderts gehört auch die Zerrissenheit des  Postwesens, die selbst dann noch andauerte, als durch Gründung des Zollvereins 1834 eine wirtschaftliche Einheit entstand.Ein Fortschritt war es als sich 1850 17 Mitgliedsstaaten darauf verständigten, den“Deutsch-Österreichischen Postverein“ zu gründen.

Autor: Willi Schewski

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