Arnkielpark: Die geheimnisvollen Großsteingräber von Munkwolstrup

Der Arnkielpark ist eine archäologische Freilichtanlage in Munkwolstrup, einem Ortsteil der Gemeinde Oeversee in Schleswig-Holstein. Er liegt etwa acht Kilometer südlich von Flensburg, nahe der B 76. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, für Groß und Klein!

Der Park ist benannt nach dem Theologen und Propst von Apenrade und Løgumkloster Troels (Trogillus) Arnkiel (1638-1712), der sich um die Erforschung der Großsteingräber in Schleswig-Holstein verdient gemacht hat.

Das Gräberfeld in Munkwolstrup (1) wurde in der Jungsteinzeit (4200 – 1700 v. Chr.) von der Trichterbecherkultur (2) angelegt. Insgesamt wurden hier sieben Großsteingräber errichtet, von denen heute noch drei erhalten sind.

Im Jahr 2002 wurde der Arnkielpark als archäologisches Freilichtmuseum eingerichtet. Das Ziel ist es, den Besuchern die Geschichte der Großsteingräber und ihrer Erbauer näherzubringen.

Im Park gibt es einen Infopavillon mit Ausstellungsräumen und einen Rundweg, der zu den drei erhaltenen Gräbern führt. Auf dem Weg finden sich zahlreiche Informationstafeln, die über die Geschichte der Gräber informieren.

Das größte und am besten erhaltene Grab ist das Langgrab Munkwolstrup „LA 31“ (siehe Beitragsfoto). Es ist etwa 60 Meter lang und 10 Meter breit. Das Grab ist mit etwa 100 Steinen errichtet, die bis zu 4,5 Tonnen schwer sind.

Die anderen beiden Gräber sind ein Ganggrab und ein Rundhügelgrab. Das Ganggrab ist etwa 15 Meter lang und 4 Meter breit. Das Rundhügelgrab ist etwa 10 Meter breit und 5 Meter hoch.

Fazit

Der Arnkielpark ist ein beliebtes Ausflugsziel für Schulklassen, Familien und interessierte Erwachsene. Er bietet einen spannenden Einblick in die Geschichte der Region.

Der Arnkielpark ist ein lohnendes Ziel für alle, die sich für Archäologie und die Geschichte der Trichterbecherkultur interessieren. Der Park ist gut erschlossen und bietet eine Vielzahl von Informationsangeboten.

Quellen / Weiterführende Informationen:

Vor dem Gelände am Infopavillon findet sich ein großer Parkplatz nebst gepflegten (!) sanitären Anlagen. Der Park ist sehr gut mit dem Bus von Flensburg aus zu erreichen, er liegt nur wenige Meter neben der Bushaltestelle, direkt an der B76. Weitere Informationen bietet die Website des Förderkreis Arnkiel-Park Munkwolstrup e.V. (hier klicken).

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(1) Munkwolstrup wurde um 1352 erstmals erwähnt (Quelle). Der Wortbestandteil „Munk“ deutet auf Mönche hin (Quelle1) (Quelle 2). Das Dorf bei „Kleinwolstrup“ gehörte früher den Mönchen des Zisterzienserklosters Rüde. Das Zisterzienserkloster Rüde, Rude Kloster, Rus Regis (auch Rüde- oder Ryekloster genannt) lag von 1210 bis 1582 an der Stelle des heutigen Glücksburg an der Flensburger Förde.

(2) Die Trichterbecherkultur ist eine archäologische Kultur der Jungsteinzeit, die sich von etwa 4200 bis 2800 v. Chr. in Mitteleuropa, im nördlichen Mitteleuropa, im mittleren Osteuropa, in Dänemark und Südskandinavien verbreitete. Sie ist die erste vom Ackerbau geprägte Kultur des nordischen Frühneolithikums.

Die Trichterbecherkultur ist nach ihrer charakteristischen Keramik benannt, die trichterförmig zulaufende Becher umfasst. Diese Becher wurden aus Ton hergestellt und mit einfachen geometrischen Mustern verziert.

Die Menschen der Trichterbecherkultur lebten in kleinen Dörfern, die etwa 20 bis 30 Einwohner umfassten. Sie bewirtschafteten Felder und hielten Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen. Sie sammelten auch Beeren, Pilze und Wildpflanzen.

Die Toten der Trichterbecherkultur wurden in Großsteingräbern, Erdgräbern oder Brandgräbern beigesetzt. In den Gräbern wurden häufig Keramik, Werkzeuge und Schmuck gefunden.

Die Trichterbecherkultur wurde von der Einzelgrabkultur abgelöst, die sich von etwa 2800 bis 2100 v. Chr. in Mitteleuropa verbreitete.

Chronologie der Trichterbecherkultur

  • 4200-3800 v. Chr.: Frühe Trichterbecherkultur (Frühe Phase)
  • 3800-3500 v. Chr.: Mittlere Trichterbecherkultur (Mittlere Phase)
  • 3500-2800 v. Chr.: Späte Trichterbecherkultur (Späte Phase)

Siedlungen

Die Menschen der Trichterbecherkultur lebten in kleinen Dörfern, die etwa 20 bis 30 Einwohner umfassten. Die Dörfer befanden sich in der Regel in der Nähe von Flüssen, Seen oder Mooren. Die Häuser waren aus Holz gebaut und hatten ein Flachdach.

Wirtschaft

Die Menschen der Trichterbecherkultur lebten von Ackerbau, Viehzucht und Jagd. Sie bauten vor allem Getreide an, aber auch Erbsen, Linsen und Ölpflanzen. Sie hielten Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen. Die Jagd spielte eine untergeordnete Rolle.

Kunst und Religion

Die Menschen der Trichterbecherkultur waren sehr kunstbegeistert. Sie schnitzten Figuren aus Holz und Knochen und bemalten ihre Keramik. Sie glaubten an ein Leben nach dem Tod und bestatteten ihre Toten in sorgfältig errichteten Gräbern.

Großsteingräber

Die Großsteingräber sind das bekannteste Wahrzeichen der Trichterbecherkultur. Sie sind aus großen Steinen errichtet und können bis zu 50 Meter lang sein. Die Gräber wurden für die Bestattung der Toten genutzt.

Erforschung

Die Trichterbecherkultur wurde erstmals im 19. Jahrhundert entdeckt. In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Ausgrabungen durchgeführt, die unser Wissen über diese Kultur erheblich erweitert haben.

Autor: Willi Schewski

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