NDR begleitet Holocaust-Überlebende Irene Butter auf ihrer Deutschlandreise

Irene Hasenberg Butter (Berlin, 1930) ist eine deutsch-amerikanische, emeritierte Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of Michigan und eine Überlebende des Holocaust. Als deutsche Jüdin überlebte sie in ihrer Jugend eine dramatische Reise von Berlin über die Lager Westerbork und Bergen-Belsen in die Vereinigten Staaten. Dank eines von ihrem Vater arrangierten Gefangenenaustauschs konnte sie mit ihrer Familie das letzte Konzentrationslager verlassen und Ende 1945 in die Schweiz, nach Frankreich und Algerien und schließlich in die Vereinigten Staaten reisen. Im Rahmen einer Begegnungs-Veranstaltung von Holocaust-Überlebenden und ihren Angehörigen auf Einladung der Gedenkstätte Bergen-Belsen kommt Irene Butter jetzt aus Michigan nach Deutschland. Ferner hält sie eine Lesung in Hamburg. Alle weiteren Informationen über Irene Butter hier im Blog

Wem Wunder beschert sind oder Glück, der muss der Welt diese Geschenke auch wieder zurückgeben. Davon ist die heute 91-jährige Holocaust-Überlebende und ehemalige Wirtschaftsprofessorin Irene Butter überzeugt, die ihr Überleben als Wunder und gleichzeitig als Aufgabe empfindet. Sie engagiert sich seit Jahrzehnten in den USA für das friedliche Miteinander der Religionen an Schulen, Universitäten und Gedenkstätten. In dem aktuellen Podcast „Zeitkapsel: Irene, wie hast du den Holocaust erlebt?“ von NDR Info und funk spricht sie mit vier mittlerweile 17-jährigen Schülerinnen aus Hamburg über ihre Erlebnisse. 

Im Rahmen einer Begegnungs-Veranstaltung von Holocaust-Überlebenden und ihren Angehörigen auf Einladung der Gedenkstätte Bergen-Belsen kommt Irene Butter jetzt aus Michigan nach Deutschland. Der NDR berichtet im Radio, im NDR Fernsehen, online auf ndr.de/geschichte und in den Sozialen Medien über die Reise von Irene Butter.

Am Sonnabend, 3. September, ist Irene Butter im NDR Fernsehen bei „DAS!“ zu Gast. Mit Moderatorin Inka Schneider spricht sie um 18.45 Uhr über ihr Leben zwischen unvorstellbarem Leid und unbeschreiblichem Glück. Gerade sind die Lebenserinnerungen, die Irene Butter aufgeschrieben hat, unter dem Titel „Wir hatten Glück, noch am Leben zu sein“ auch auf Deutsch erschienen.

In Bergen-Belsen trifft Irene Butter zum ersten Mal die vier Hamburger Schülerinnen Milla, Ida, Lonneke und Mathilda persönlich, mit denen sie in dem Podcast spricht. Bisher kennen sich alle nur per Videokonferenz. Die neun bisherigen Podcast-Folgen von „Zeitkapsel: Irene, wie hast du den Holocaust erlebt?“ entstanden aus insgesamt 22 Stunden Gespräch.

Der Podcast war nach einer Idee der NDR Autorin Caroline Schmidt in Zusammenarbeit mit dem NDR Audio Lab Think Audio und funk entstanden und ist u. a. in der ARD Audiothek sowie auf gängigen Podcast-Plattformen und funk.net zu hören. Umfangreiche Hintergrundinformationen gibt es unter NDR.de/zeitkapsel. Im Rahmen des Treffens von Irene Butter mit den Schülerinnen wird eine weitere und abschließende Zeitkapsel-Folge entstehen, die im November veröffentlicht wird.

NDR Info berichtet am 5. September im Radio und im NDR Fernsehen über die Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen und stellt dabei ebenfalls Irene Butter in den Mittelpunkt. Die Ausgaben von „NDR Info“ im NDR Fernsehen laufen um 14.00 Uhr, 16.00 Uhr, 17.00 Uhr und 21.45 Uhr.

Online begleitet der NDR Irene Butters Reise durch Deutschland mit Reportagen. In einem Vorab-Interview am 29. August erläutert die Holocaust-Überlebende auf NDR.de ihre Motivation, sich wieder in das Land der einstigen Täter zu begeben, und gibt einen Ausblick auf ihre Pläne.

Geburtshaus ihres Vaters in Elmshorn

So will sie neben der Gedenkstätte Bergen-Belsen auch Hamburg und das Geburtshaus ihres Vaters in Elmshorn besuchen. Außerdem möchte sie auf der fast gleichen Zugstrecke, die sie 1945 in die Freiheit führte, nach Süddeutschland reisen, um noch einmal das Grab ihres Vaters im baden-württembergischen Laupheim zu sehen. Reporterin Caroline Schmidt begleitet Irene Butter bei all dem und lässt die Userinnen und User am 3. und 7. September an den Erlebnissen, Eindrücken und Emotionen dieser Reise teilhaben.

Über das Buch

1930 kommt Irene Hasenberg in Berlin zur Welt, geliebt und wohlbehütet zunächst. Doch bald wird alles anders: Der Vater John verliert als Jude seine Anstellung und wandert mit der Familie in die Niederlande aus. Die Großeltern müssen zurückbleiben, Irene und ihr Bruder Werner sich an die neue Umgebung gewöhnen. Zu ihren Amsterdamer Bekannten gehört Anne Frank. Auch hier sind sie vor den Nazis nicht sicher. Einer ersten Verhaftungswelle entkommen sie gerade noch.

Doch wenige Monate später bringt auch sie ein Viehwaggon ins Durchgangslager Westerbork. Von dort wer den sie nach Bergen-Belsen deportiert, wo sie Anne Frank wiederbegegnen. Irene sorgt sich um die Eltern, erleidet Hunger und Schikanen. Gemeinsam überstehen die Hasenbergs auch diese scheinbar ausweglose Lage und können das Konzentrationslager verlassen. Doch der Weg in die Freiheit ist noch weit.

In Wir hatten Glück, noch am Leben zu sein, einfühlsam übersetzt von Uda Strätling, beschreibt eine Überlebende des Holocaust den großen Zusammenhalt ihrer Familie, der sie dieses einzigartige Schicksal überstehen ließ.

Rezensionen

»Mit diesem Buch hat Irene der Welt eine zutiefst persönliche Schilderung dessen vermacht, was ihre Familie durchleben musste. Sie macht damit spürbar, was die schrecklichen Verluste des Holocaust nicht nur in der damaligen Zeit, sondern auch heute noch bedeuten.«
Jan Jarboe Russell

Lesung

Hamburg: Freitag, 02. September 2022, 11.00 Uhr
Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Irene Butter, weitere Informationen

Autor: Willi Schewski

Fotograf. Blogger. Autor. Fotojournalist

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